Falscher Polizist am Plattenteller – DJ Theo vor Gericht

DJ Theo
Foto: Sächsisches Staatsministerium des Innern

Am Rosenmontag war DJ Theo einer von vielen Partygängern, die sich als Polizisten verkleideten. Während seines Auftritts als DJ in einem Düsseldorfer Club bekam er Ärger mit der „echten Polizei“. Sein Outfit war zu echt und könnte für rechtliche Konsequenzen sorgen.

Theofilaktos Fitsos, alias DJ Theo, sorgte in einem Düsseldorfer Altstadt-Club für die musikalische Unterhaltung. Bekleidet war er dabei mit Teilen einer echten Polizeiuniform. Laut Fitsos hatte ein befreundeter Polizist seinen Rucksack bei ihm vergessen. Ohne darüber nachzudenken, zog er sich Teile der darin enthaltenen Uniform an.

Als er vor dem Club kurz nach frischer Luft schnappen wollte, überraschten ihn mehrere Beamte der „echten Polizei“. DJ Theo musste die Uniform auf der Stelle ausziehen. Wegen der Verwendung originaler Uniformteile beantragte die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl in Höhe von 1200 Euro wegen Titel- und Amtsmissbrauchs, welcher DJ Theo zugestellt wurde. Die Uniformteile wurden beschlagnahmt.

Der 54-jährige Fitsos bekräftigt, er habe nicht gewusst, dass sowas strafbar sei, es täte ihm auch leid was vorgefallen ist. Gegen den Strafbefehl legte er dennoch Einspruch ein. Sein Anwalt Stefan Zipse: „Man sollte doch etwas Augenmaß walten lassen“.

Der Fall landete schließlich vor dem Amtsgericht. Richter Thorsten Huber glaubt dem DJ, dass er sich nichts Böses dabei gedacht hat. Dennoch schlägt er vor das Verfahren gegen eine Geldauflage in Höhe von 600 Euro einzustellen. Der Verteidiger hat dafür kein Verständnis: „Wie betrunken muss jemand sein, um meinen Mandanten für einen Polizisten zu halten?“. Schließlich sei DJ Theo eher „schlecht verkleidet“ gewesen und habe weder Polizeimütze, noch die Jacke der Uniform angehabt. Auf Fotos sei er mit aufgeknöpftem Hemd am DJ-Pult zu sehen.

Ferner verweist der Anwalt auf Gerichtsurteile, die eine Strafbarkeit der Verwendung einer Uniform zur Maskerade verneinen und bezeichnet die Angelegenheit als Bagatellverstoß. Als Beispiel nannte er auch einen Politiker, der im Wahlkampf eine Polizeiuniform trug und nicht vor Gericht gezerrt worden sei. Der Richter hingegen sieht den Strafbestand als erfüllt an und erwidert: „Das ist schon genug Uniform“. Nun folgt die Beweisaufnahme und die in der Nacht handelnden „echten Polizisten“ müssen als Zeugen vernommen werden.

DJ Theo konnte seinen Auftritt in der Tatnacht dennoch zu Ende bringen: Man fand ein Ersatzkostüm und so wurde aus dem Polizisten kurzerhand ein Gefängnis-Häftling.

Fundstelle:
spiegel.de vom 14.09.16

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