Münchner Verkehrsgesellschaft bremst Smoothie-Werbung ein

Smoothie-Werbung
Foto: Facebook/true fruits

Das Unternehmen „True Fruits“ ist bekannt für provokante Werbesprüche auf Großplakaten. Für die Münchner Verkehrsgesellschaft sind ein paar Motive wohl zu obszön, sie untersagte kurzerhand die Plakatierung. Plakate mit Slogans „Oralverzehr – schneller kommst du nicht zum Samengenuss“ oder „Bei Samenstau schütteln“ sind nicht nur in der bayerischen Landeshauptstadt München anzutreffen.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft ließ über den Vermarkter ausrichten, dass lediglich der Slogan „Besamt & befruchtet“ plakatiert werden könnte, drei weitere Motive aber zensiert werden. Die betroffenen Plakate haben mittlerweile ein schwarzes Zusatzschild mit der Aufschrift „zensiert „- und den Hinweis, dass „True Fruits“ verpflichtet wurde, die Plakate zu zensieren. Diese sollen „anstößige & geschmacklose Äußerungen enthalten“.

Marco Knauf ist CEO bei „True Fruits“ und hat auf Facebook unter anderem ausgeführt: „Fakt ist, dass die Zensur für alle (mehrere hundert) Standorte in ganz München galt und uns nach erneutem Betteln nur ein Motiv genehmigt wurde. Andere Verkehrsbetriebe in anderen Städten hatten auch Motive zensiert, weshalb wir uns von deren Grund und Boden zurück gezogen und auf alle Infoscreens in deutschen U-Bahnhöfen etc. verzichtet haben. In den Städten war es aber jeweils ok. Außer in München und Stuttgart, da galt die Zensur-Rückmeldung des Vermarkters für die ganze Stadt. …… Klar ist aber, es wurde uns für München untersagt.“

Gegenüber dem Magazin „Meedia“ äußerte sich auch „True Fruits“-Mitgründer und Marketingchef Nicolas Lecloux verärgert: „Warum dürfen wir als Unternehmen nicht so kommunizieren, wie wir es auch privat machen? Wir finden die Sprüche lustig. Als wir erfuhren, dass München unsere Plakate nicht erlaubt, wollten wir der Stadtverwaltung nicht klein beigeben und haben auf diese Weise gehandelt. Wir lassen uns den Mund und Humor nicht verbieten.“

Dass Lecloux von der Münchner Stadtverwaltung spricht, ist mittlerweile überholt. Die Stadt hat mit den Plakaten nichts zu tun, wie das „mucbook“ aufklärte: „Der KVR-Sprecher Johannes Mayer sagt gegenüber mucbook, es sei von der Verwaltung nichts verboten worden. Es gebe auch gar keine Stelle, die im Vorfeld „den Daumen hebt oder senkt“ zu Plakatmotiven. Der Aufschrei von true fruits bezog sich demnach nur auf die Absage der MVG. Pustekuchen Zensur also.“ Hintergrund der Absagen an die Motive dürften Erwägungen der Münchner Verkehrsgesellschaft sein, dass die Plakate nicht vor den Augen der Kinder in den U- und S-Bahnen hängen sollen, so „mucbook“.

Private Plakatstandorte sind davon nicht betroffen, so dass man dort in den nächsten Tagen das ein oder andere Motiv noch finden wird.

Fundstellen:
Münchner Merkur vom 31.08.2016
Mucbook.de (Jan Krattiger) vom 31.08.2016

Facebookbeitrag true fruits vom 31.08.2016

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  • Ted Mosby

    Und so geht Marketing.