Häftling verlangt Vorhänge für seine Zelle

Häftling
Foto: Symbolbild

Kürzlich musste sich der Ausschuss für Eingaben und Beschwerden des Bayerischen Landtages mit einer außergewöhnlichen Petition befassen: Ein Insasse der JVA in Gablingen schrieb an den Landtag, dass er sich Lockerungen für den Strafvollzug wünsche. Konkret begehrt der Häftling Vorhänge für sein Zellenfenster und außerdem gäbe es keinen Gefängnissprecher, der für die Interessen der Insassen gegenüber der Gefängnisleitung auftreten könnte.

Berichterstatter für den Ausschuss war der Landtagsabgeordnete der CSU, Berthold Rüth. Rüth legte dar, warum Vorhänge in der JVA nicht notwendig wären: „Ein Lüftungssystem sorgt für den Luftaustausch, so dass es nicht zu heiß werden kann.“ Nach Auskunft der Leiterin des Gefängnisses, Zoraida Maldonado de Landauer, sind Vorhänge aus Gründen der Sicherheit und des Brandschutzes vielmehr explizit verboten. Soweit der Petent anführt, es gäbe keine Gefängnissprecher, entspreche dies nicht der Wahrheit. „Wir hatten immer einen. Es kann nur sein, dass wir nach dem Umzug von Augsburg nach Gablingen zwischenzeitlich keinen hatten. Aber eigentlich ist das Sache der Insassen.“

Der Landtag schloss sich der Beschlussvorlage des Ausschusses an und erklärte die Petition für erledigt, weil dem Begehren des Petenten nicht entsprochen werden kann. Wie die Augsburger Allgemeine Zeitung berichtet, befinden sich derzeit 325 Häftlinge in der JVA Gablingen, 600 hätten insgesamt Platz.

Fundstelle:
Augsburger Allgemeine vom 14.10.2016

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  • Ich

    Gardinen an den Fenstern? Was für gutbürgerliche Spießer sitzen da eigentlich ein?

    • DewaGue

      Sich auf den Brandschutz zu berufen ich lächerlich!
      Schwer entflammbare Stoffe werden in Schulen, Kindergärten, Gastronomie usw. seit Jahren verwandt.
      Nur was ein Häftling da noch alles mit anstellen kann, liegt weit über der handhabe eines T-Shirts.