LKW-Fahrer sitzt 93 Stunden lang unter Drogen hinterm Steuer

LKW-Fahrer
Foto: Symbolbild

Nachdem ein Sattelzug am Samstagmorgen (01.10.2016) gegen 00.55 Uhr auf der A 7 bei Hedemünden von der Fahrbahn abgekommen war und 15 Felder Außenschutzplanke beschädigt hatte, ist der 23-jährige Fahrer einfach weitergefahren. Bei späteren Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Fahrer 93 Stunden (!) quasi ununterbrochen hinterm Steuern gesessen hatte und er unter dem Einfluss von Drogen stand. Um die außergewöhnliche Lenkzeitüberschreitung zu vertuschen, setzte der Mann mehrere Fahrerkarten anderer LKW-Fahrer ein, von denen er mindestens eine zuvor gestohlen hatte.

Der Mann war nach dem Unfall mit dem beschädigten Sattelzug weitergefahren, hatte die A 7 an der Anschlussstelle Hedemünden verlassen und dann das dortige Industriegebiet angesteuert. Dort stellte er das Gespann ab und informierte seinen 30-jährigen Arbeitgeber. Der erschien im Industriegebiet und meldete als angeblicher Fahrer den Unfall um 02.14 Uhr der Polizei. Der unter Drogen stehende 23-Jährige fuhr indes mit dem Firmenwagen des Chefs nach Hause.

Als im Rahmen der Unfallaufnahme auch der digitale Fahrtenschreiber ausgelesen wurde, ergaben sich dabei erhebliche Ungereimtheiten und Widersprüche, die in weiterführende Ermittlungen mündeten. Nachdem sich der Chef in Widersprüche verwickelt hatte, flog letztlich der ganze Schwindel auf. Auf Veranlassung des Arbeitgebers begab sich daraufhin der eigentliche Fahrer – noch immer unter Drogen stehend – mit dem Firmenwagen erneut zum Kontrollort.

Dort angekommen stellten die Beamten bei der Überprüfung der Fahrtüchtigkeit fest, dass der Mann starke Ausfallerscheinungen zeigte. Ein Drogenvortest reagierte positiv auf Amphetamine. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen und sein Führerschein beschlagnahmt.

Weitere Ermittlungen ergaben, dass er einem Verwandten die Fahrerkarte gestohlen hatte und diese zur Vertuschung von Lenkzeitüberschreitungen seit mindestens Ende August einsetzte. Ferner besteht der Verdacht, dass er auch zeitweise die Karte des Arbeitgebers nutzte.

Mehrere Strafverfahren wurden eingeleitet, auch gegen den Arbeitgeber. Ferner folgt ein ausführlicher Bericht an das Gewerbeaufsichtsamt. Die Höhe des Unfallschadens wurde mit 21.000 Euro beziffert.

Quelle:
Pressemitteilung der Polizeiinspektion Göttingen vom 03.10.16

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    Einem solchen Arbeitgeber gehört das Recht zum Führen einer Frirma auf nicht unerhebliche Zeit entzogen.