„Pool-Schlitzer“ zerstörte 47 Planschbecken in sieben Jahren

Pool-Schlitzer
Foto: Symbolbild

Jahrelang schlitzte ein bis dato Unbekannter Pools in Unterfranken auf. Jetzt hat die Polizei den Täter nach Hinweisen ermittelt. Das Motiv: Ihm habe das Schlitzen einfach Spaß gemacht. Noch ist unklar, ob ihm alle Fälle zugerechnet werden können. Vereinzelt könnten auch Trittbrettfahrer am Werk gewesen sein. An die jeweiligen Tatorte könne der Täter sich eigenen Angaben zufolge nur bruchstückhaft erinnern.

Nach einer seit 2009 andauernden Serie von Sachbeschädigungen hat die Bad Kissinger Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt. Ein 27-Jähriger steht im Verdacht, in zahlreichen Fällen insbesondere Kinderplanschbecken und Garten-Pools mit einem Messer beschädigt zu haben. Die Gesamtschadenshöhe dürfte sich mittlerweile auf mehrere tausend Euro belaufen.

Im Zusammenhang mit der Sachbeschädigungsserie waren bei den Polizeidienststellen im Bereich Main-Rhön insgesamt 47 Fälle zur Anzeige gebracht worden, bei denen ein zunächst Unbekannter im Zeitraum von 2009 bis 2016 überwiegend Plastikpools mit einem Messer beschädigt hatte. Eine Vielzahl der Fälle lassen aufgrund der Vorgehensweise des Täters auf einen Tatzusammenhang schließen. Dieser Verdacht hat sich nun nach umfangreichen Ermittlungen der Bad Kissinger Polizei erhärtet.

Im Zuge der Ermittlungen hat sich ein 27-Jähriger aus dem Landkreis Bad Kissingen als Tatverdächtiger herauskristallisiert. Auch dank Zeugenhinweisen aus der Bevölkerung hat sich der Verdacht gegen den Mann nun erhärtet. Gegenüber den ermittelnden Beamten räumte er inzwischen ein, in den vergangenen Jahren aus „Spaß“ 20 bis 30 Pools im Raum Münnerstadt und Umgebung beschädigt zu haben. Die Ordnungshüter stellten bei dem Tatverdächtigen auch einige Luftmatratzen sicher, die er dem Sachstand nach an zum Teil noch unbekannten Tatorten entwendet haben soll.

Für welche der insgesamt 47 bekannt gewordenen Sachbeschädigungen und Diebstähle der Landkreisbewohner im Einzelnen in Frage kommt, ist derzeit noch unklar. Die Ermittlungen diesbezüglich gestalten sich schwierig. Der 27-Jährige räumte zwar ein, eine Vielzahl von Sachbeschädigungen begangen zu haben. An die jeweiligen Tatorte könne er sich eigenen Angaben zufolge jedoch nur bruchstückhaft erinnern. Er habe die Taten jedoch nicht zielgerichtet begangen, sondern sich bei Sichtung eines Planschbeckens bzw. Swimming-Pools spontan entschlossen, diese zu beschädigen.

Die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung und zum Teil auch wegen Diebstahls werden nach wie vor von der Polizeiinspektion Bad Kissingen geführt. Es ist davon auszugehen, dass die Ermittlungen aufgrund der Vielzahl von Fällen noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden. Außerdem ist es nicht unwahrscheinlich, dass in Einzelfällen möglicherweise Trittbrettfahrer am Werk waren.

Fundstelle:
Pressemitteilung
des Polizeipräsidiums Unterfranken vom 05.10.2016

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