Frau läuft gegen Baugerüst – Selber schuld

Baugerüst
Foto: Symbolbild

Das Amtsgericht Nürnberg hat entschieden, dass eine Frau, die gegen eine Querstange des auf ihrem Grundstück aufgestellten Gerüsts läuft, keinen Schadensersatzanspruch gegenüber dem Unternehmen hat, welches das Gerüst aufgebaut hat.

Auf dem Grundstück der Klägerin hatte die Beklagte, ein Gerüstbauunternehmen, ein Gerüst aufgebaut, damit Sanierungsarbeiten am Anwesen der Klägerin durchgeführt werden konnten. Die Klägerin, welche von dem aufgestellten Gerüst wusste, wollte aufgrund eines Telefonanrufs eilig ins Haus gehen und stieß dabei mit dem Kopf gegen eine Gerüstquerstange. Sie erlitt dadurch eine Gehirnerschütterung.

Vor dem Amtsgericht verlangte sie von dem Gerüstbauunternehmen Schmerzensgeld, weil die Querstange nicht besonders markiert bzw. mit Bändern kenntlich gemacht worden war. Das Amtsgericht hat einen Anspruch der Klägerin verneint und dabei seine Entscheidung gleich auf zwei Argumente gestützt:

Das Aufstellen des Gerüsts sei zwar ursächlich für den Schaden, welchen die Klägerin erlitten habe, es fehle aber an einem Zurechnungszusammenhang, da letztlich andere Faktoren, wie das Läuten des Telefons, der eigene Willensentschluss der Klägern, sich in das Haus zu begeben, und der ungünstige Stand der Sonne, maßgeblich zu dem Unglück beigetragen haben.

Zudem habe das Gerüstbauunternehmen auch keine besonderen Markierungen und Bänder anbringen müssen, da die Querstange deutlich sichtbar war und die Klägerin diese wohl aufgrund der Eile, mit der sie sich ins Haus begab, um das Telefon noch zu erreichen, übersehen hatte.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Fundstellen:
Urteil des Amtsgerichts Nürnberg vom 25.10.2016, Az. 239 C 5388/16
OLG Nürnberg, Pressemitteilung vom 14.11.2016

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