Betrug: Mann erbeutet 44.000 Euro Pfand mit derselben Flasche

Pfand
Foto: Symbolbild

Es war quasi ein Fulltime-Job am Leergutautomaten. Mit nur einer einzigen Flasche verdiente ein Mann aus Köln über 44.000 Euro Pfand – bis der Trick schließlich aufgeflogen ist.

Es waren Kollegen, die den Getränkehändler aus Köln auf die Idee gebracht haben. Mit einem Magnetsensor und einem Holztunnel manipulierte er einen Leergutautomaten so, dass dieselbe Flasche immer wieder gescannt werden konnte, jedoch nicht geschreddert wurde. Das Rücknahmesystem stellte er in seinem Keller auf.

Rund 5000 Euro musste er für den manipulierten Automaten ausgeben. Ein lohnendes Geschäft, denn nicht weniger als 177.451-mal warf er die Flasche in den Automaten. Damit erwirtschaftete er ein Pfandgeld von 44.362,75 Euro. Laut eigener Aussage hat der 37-Jährige den ganzen Tag nichts anderes gemacht, als den Pfandautomaten zu bedienen. „Ich habe ein Radio danebengestellt, weil es mir sonst zu langweilig war.“

Erst durch einen anonymen Hinweis kamen die Ermittler dem Getränkehändler auf die Spur. Die Deutsche Pfandsystem GmbH, die für das Rücknahmesystem zuständig ist, hatte den Betrug hingegen nicht bemerkt. Der Trick sei jedoch weitverbreitet und richte Schäden in Millionenhöhe an.

Der zuständige Richter am Kölner Amtsgericht bezeichnete die Tat als „logistische Meisterleistung“. Er verurteilte den Mann wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu einer zehnmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Fundstelle:
N24 vom 16.11.16

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