Stelleninserate mit Zusatz „m/w“ geschlechtergerecht?

Stelleninserate
Foto: Symbolbild

Das Landesverwaltungsgericht Oberösterreich hat Bescheide der Bezirkshauptmannschaft Linz-Land aufgehoben, die Stelleninserate mit dem Zusatz „m/w“ als nicht geschlechtergerecht und als Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgesetz gewertet hatte. Die Gleichbehandlungsanwaltschaft hatte mehrere Firmen angezeigt, die ihre Stelleninserate mit dem Zusatz „m/w“ gegendert haben.

Aufgrund von Anzeigen der Gleichbehandlungsanwaltschaft wurden den Beschwerdeführern Ermahnungen erteilt, weil Stelleninserate sich nur an Männer gerichtet hätten und daher nicht ordnungsgemäß geschlechtergerecht verfasst worden seien. Sie hatten beispielsweise statt „Prozessmanager/Prozessmanagerin“ nur „Prozessmanager (m/w)“ geschrieben, um klarzustellen, dass sowohl Frauen als auch Männer gemeint sind. Dagegen erhoben die Beschwerdeführer Beschwerde und beantragten die Aufhebung des Bescheides und Einstellung des Verfahrens, insbesondere, weil die Inserate tatsächlich sowohl an Männer als auch Frauen gerichtet wären, vor allem in Form des Zusatzes „(m/w)“ und keinerlei Anhaltspunkte für eine Gesetzesverletzung vorlägen.

Das Landesverwaltungsgericht Oberösterreich hielt fest, dass aufgrund der Gestaltung der Inserate sowie der Ausschreibungstexte der Wille nach einer Ausschreibung für Männer und Frauen eindeutig erkennbar und die Vorgangsweise in den gegenständlichen Fällen als nicht schuldhaft zu beurteilen war. Hervorgehoben wurde außerdem, dass die Verwendung des Zusatzes „m/w“ selbst nach einem Gutachten der Gleichbehandlungskommission als ein „Grenzfall“ und sohin nicht als eindeutiger Verstoß gegen Bestimmungen des Gleichbehandlungsgesetzes angesehen werden kann.

Auf Basis der vorliegenden Verwaltungsakten sowie einer eingeholten Stellungnahme der Gleichbehandlungsanwaltschaft in den bislang entschiedenen Fällen kam das Landesverwaltungsgericht zum Ergebnis, dass den Beschwerden stattzugeben, die Bescheide aufzuheben und die Verwaltungsstrafverfahren einzustellen waren.

Fundstelle:
Medienmitteilung vom 15. November 2016 (Landesverwaltungsgericht Oberösterreich)

Schlagworte:
, , , , , , , , ,
  • Jonas

    Hätte man nicht einfach argumentieren können, dass hier der Plural verwendet wurde? Normalerweise wird der als neutral(er) betrachtet.

  • Lars

    Das Gendern ist eh lächerlich. Wer fühlt sich von sowas diskriminiert? Es ist doch wohl absolut klar, dass immer beide Geschlechter gemeint sind.

    • Elisa Silbe

      Wenns hilft: Hier, ich, ein Drittgeschlecht, sowie auch zahlreiche Frauen die ich kenne. Und es gibt Studien darüber. Aber die Frage kommt trotzdem jedes Mal — und immer von maskulinen Benutzernamen.

  • Steffen Sacher

    Und was ist mit dem 3. Geschlecht, das zumindest nach deutschem Recht existiert? Die Leute sehen sich weder als männlich, noch als weiblich und könnten sich daher diskriminiert fühlen.

    • Elisa Silbe

      Inwiefern existiert ein 3. Geschlecht bereits rechtlich? Es gibt intersexuelle Kinder bei denen das m/w ggF. (zeitweise?) weggelassen werden kann, die sind aber noch nicht arbeitsfähig.Eine Klage für ein drittes Geschlecht „inter/divers“ läuft, soweit ich weiß, gerade erst.

      • Steffen Sacher

        Das dritte Geschlecht unterscheidet sich sich von Intersexualität. Intersexualität bezeichnet eine Fehlbildung des Körpers, die es verhindert, das Geschlecht festzustellen. Nach Beendigung der Pubertät beziehungsweise nach Erreichen der Volljährigkeit wird der Körper meistens durch medizinische Eimgriffe auf das Geschlecht geändert, das sich der/die Betroffene ausgesucht hat (männlich beziehungsweise weiblich, das vorher meistens im Alltag verwendet wird). Da man nach deutschem Recht bereits im Alter von 15 Jahren (für Zeitungsträger und Helfer in der Landwirtschaft sogar früher) arbeiten darf, ist es daher möglich, als Intersexueller zu arbeiten.
        Das dritte Geschlecht bezeichnet in erster Linie Menschen, die biologisch gesehen männlich beziehungsweise weiblich sind/waren, jedoch das Konzept von 2 Geschlechtern ablehnen und sich selbst als geschlechtslos oder etwas anderes bezeichnen. Solche Personen lassen in den Akten (ähnlich wie Transsexuelle) das Geschlecht nachträglich ändern. Bei Ihnen wird das Feld leer gelassen beziehungsweise „X“ eingetragen. Solche Personen gelten dann rechtlich als geschlechtslos beziehungsweise sind offiziell weder männlich, noch weiblich.

        • Elisa Silbe

          Ihren Ausführungen kann ich nicht folgen, meiner Ansicht nach verwechseln Sie Intersexuelle und Transgender. Bei letzteren findet keine Streichung des Geschlechtseintrags statt, auch nicht auf Wunsch. Falls Sie hier etwas anderes wissen, schreiben Sie mir bitte, ich wäre persönlich sehr daran interessiert.

          Eine Kampagne „Dritte Option“ zur Etablierung eines dritten Geschlechts in Deutschland wird derzeit verfolgt, ansonsten gibt es derzeit kein solches. Die einzigen Menschen ohne eindeutigen Geschlechtseintrag sind solche die unter dem 2013 verabschiedeten Intersexuellengesetz geboren wurden, das ärztliches Personal anweist, den Geschlechtseintrag frei zu lassen, wenn eine Zuuordnung nicht möglich ist. Dies waren am 01.01.2016 Etwa 12 Personen, die als Säuglinge und Kleinkinder natürlich noch nicht arbeiten können.

  • Der Rainmaker

    Als Blumentopf im Menschenkörper fühle ich mich auch diskriminiert.

    • 🍎D|sc0rD|a☠☕

      Zurecht.

      • Der Rainmaker

        Es ist auch ganz schön dämlich.