Arbeitnehmer verprasst Geld seines Chefs im Bordell

Bordell
Foto: Symbolbild

Eigentlich sollte der 26-jährige Angeklagte für seinen Arbeitgeber größere Geldbeträge bei der Bank einzahlen. Doch stattdessen verprasste er die größeren Summen im Rotlichtmilieu. Seine Sexsucht lässt er mittlerweile in einer Psychotherapie behandeln. In Landsberg musste sich der Mann nun seinem Strafprozess wegen Unterschlagung in zwei zusammenhängenden Fällen stellen.

Die Augsburger Allgemeine berichtet über den außergewöhnlichen Fall: Aufgrund seiner Sexsucht soll der 26-jährige öfter Prostituierte aufgesucht haben und mit Geld bezahlt haben, dass ihm nicht gehört. In der Summe geht es um fast 17.000 Euro, die der ehemalige Angestellte eigentlich im Auftrag seines Chefs zu Bank hätte bringen sollen. Gegen Ende 2015 gab er für Liebesdienst etwa 500 Euro pro Woche aus, bis August 2016 wurde es immer mehr.

Aufgedeckt wurden die Taten vom Arbeitgeber, als dieser seine Kontoauszüge sichtete und schließlich Anzeige erstattete. Dem Arbeitnehmer war aufgetragen, Geldbomben mit Einnahmen vom Vortag – einmal fast 7000 Euro, beim anderen mal fast 10000 Euro – zur Bank zu bringen und einzuzahlen. Dort kam das Geld allerdings nie an. Der rechtmäßige Eigentümer kämpfte danach mit Problemen, den finanziellen Verlust auszugleichen und war auf die Hilfe seiner Verwandtschaft angewiesen.

Gegenüber den Ermittlungsbehörden bestritt der Arbeitnehmer zuerst die Vorfälle, vor Gericht legte er schließlich ein Geständnis ab. Im Bundeszentralregister war eine Vorstrafe verzeichnet. Der Angeklagte bedauere die Taten ernsthaft und will sein Handeln unter Kontrolle bekommen. Deshalb habe er sich auch von sich aus in Österreich fünf Tage stationär in psychiatrische Behandlung begeben.

Als „dreist“ bezeichnete Staatsanwalt Julian Küffer das Verhalten des Angeklagten und beantragte, ihn zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten, mit einer Bewährungszeit von 3 Jahren zu verurteilen. Außerdem soll der Angeklagte eine Geldauflage von 1700 Euro an eine soziale Einrichtung leisten.

Richter Alexander Kessler verurteilte den Angeklagten wegen Unterschlagung in zwei zusammenhängenden Fällen zu elf Monaten Haft. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Außerdem muss der Mann eine Geldauflage in Höhe von 1500 Euro gegenüber dem Verein zur Förderung der Bewährungshilfe in Schwaben erfüllen. Der Angeklagte erklärte sich mit dem Urteil einverstanden. Seit dem 1. Dezember hat er einen neuen Arbeitsplatz, allerdings nicht mehr in der gleichen Branche.

Fundstelle:
augsburger-allgemeine.de vom 15.12.2016

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