Königreich Deutschland wird versteigert

Königreich Deutschland
Foto: Screenshot koenigreichdeutschland.org

Während der selbsternannte König Peter Fitzek derzeit nur Herrscher über eine kleine Fläche in der JVA Halle ist und sich im Prozess vor dem Landgericht Halle wegen Untreue-Vorwürfen in Millionenhöhe verantworten muss, droht dem vermeintlichen „Königreich“ die Zerschlagung durch die Bankenaufsicht. Fitzek betrieb ohne Erlaubnis der Behörden eine eigene Bank und mehrere Versicherungen. Die Aufsichtsbehörde verhängte Zwangsgelder in Millionenhöhe und ordnete die Abwicklung der „königlichen“ Versicherungsgeschäfte an. Zur Verwertung soll das große Klinik-Gelände nun einen neuen Besitzer finden.

Konkret geht es der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) um das ehemalige Krankenhaus-Gelände in Apollensdorf, am Stadtrand von Wittenberg. In der früheren Verwaltungsvilla, an deren Eingang ein Schild mit dem Schriftzug „Königreich“ den ehemaligen „Herrschaftsbereich“ von Fitzek kennzeichnet, wohnen noch einige seiner Anhänger. Die ehemaligen Klinikstationen stehen allerdings leer, das Areal macht laut Angaben des MDR einen verwahrlosten Eindruck. Ein Anwohner äußert sich dazu: „Es kann nicht schlimmer werden. Dabei war es ein schönes Gelände. Es war ja eine Klinik für Lungenkrankheiten, mit großem Kurpark, aber jetzt verfällt alles“.

Ein Zöllnerhäuschen mit Schlagbaum und Wappen erinnert an das ehemalige Wirken von Fitzek: Für sieben Euro konnte man ein „Königreich-Tagesvisum“ erwerben. Die BaFin will für die Gebäudlichkeiten noch 600.000 Euro. Es gäbe zwar Interessenten, doch würden die Angebote deutlich unter dem Schätzpreis liegen. Fitzek selbst soll für das Areal einst 1,2 Millionen Euro gezahlt haben. Der MDR fragte Einwohner Wittenberg-Apollensdorf, was sie zur Abwicklung sagen: „Wenn ich das lese hier: Königreich Deutschland, das darf es nicht geben. Wenn er in Deutschland lebt, muss er die Gesetze anerkennen. Sonst hat er hier nichts zu suchen.“ Eine junge Anwohnerin äußert: „Ich finde gut, dass irgendwann hier mal Ruhe einkehrt. Denn was er veranstaltet, ist eine Lachnummer. Außerdem macht er viele Dinge, die nicht in Ordnung sind.“

Eine zuerst noch angedachte Nutzung der Gebäudlichkeiten als Flüchtlingsunterkunft kommt mittlerweile nicht mehr in Frage. Bei den Immobilienhändlern in Wittenberg wird der Verkauf des ehemaligen „Königreichs“ als anspruchsvolle Aufgabe bezeichnet.

Fundstelle:
mdr.de vom 08.12.2016

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