Vergleich: Kühe werden mit GPS ausgestattet

GPS
Foto: Symbolbild

Vor einem Jahr klagte ein Ferienhaus-Vermieter in der Vorarlberger Gemeinde Zwischenwasser (Bezirk Feldkirch) gegen einen Landwirt, weil sich seine Gäste über den Lärm durch die Kuhglocken beschwerten. Nun hat man sich darauf geeinigt, die Kühe mit GPS auszustatten. Beide Seiten zeigten sich über den Vergleich zufrieden. Der Vermieter übernimmt die Anschaffungskosten, der Landwirt die Gerichtskosten.

Bereits im Sommer letzten Jahres trafen sich die Parteien vor dem österreichischen Bezirksgericht Feldkirch, um über die Frage zu streiten, ob Kuhglocken in einer Ortschaft wie Oberdafins in der Gemeinde Zwischenwasser ortsüblich sind – laut Gerichtsgutachten ist dies hier nicht unbedingt der Fall. Beim Kläger handelt es sich um einen Vermieter von Ferienwohnungen, der angab, die Tiere würden einen „Höllenlärm“ machen, wenn sie ihre Kuhglocken gegen eine blecherne Tränke schlagen, weil sie – nach seinen Angaben – kein Wasser bekommen würden. Er klagte gegen den Landwirt auf Unterlassung, weil Nachbarn und Feriengäste sich durch das Gebimmel gestört fühlten.

„Und ich bleibe dabei, die Kuhglocken müssen sein“, äußerte sich der beklagte Landwirt damals noch gegenüber dem ORF. Er erschien vor Gericht mit einer Glocke in Ziegenglockengröße. Der Kläger untermauerte seinen Standpunkt mit einer sechsmal größeren Glocke. Jetzt aber gelang die Einigung: Auf Vorschlag des Nachbarn sollen die Kühe mit einem GPS-Sender um den Hals ausgestattet werden. So kann der Landwirt jederzeit nachvollziehen, wo sich die sieben Kühe gerade aufhalten. Sobald eine Kuh mit einem Sender ausgestattet wird, ist ihre Position auf einem Bildschirm ersichtlich.

Eigentlich ist dieses Ortungssystem für Hunde gedacht und schlägt mit rund 3.000 Euro zu Buche. Diese Kosten übernimmt der Vermieter, hingegen trägt der Landwirt die Gerichtskosten. „Ich bin sehr zufrieden, wir haben genau das erreicht, was wir gewollt haben – und ich hoffe, dass der Landwirt eine Riesengaudi hat mit dem GPS.“ äußert sich der Vermieter zum Vergleich. Der Landwirt wollte sich laut ORF nicht persönlich zum Ausgang des Streits äußern. Sein Anwalt Josef Lercher sprach aber von einem Vergleich, „der der Interessen beider Seiten gerecht wird.“

Fundstelle:
voralberg.orf.at vom 19.12.2016

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