Eine andere Art Straßenbahn zu fahren

Straßenbahn
Foto: Symbolbild

In Wien hat eine zunächst unbekannte Person am Samstagvormittag die Straßenbahn der Linie 60 „gestohlen“. Die Person verschaffte sich Zutritt zur Fahrerkabine und fuhr mit der Bahn los, als der eigentliche Fahrer kurz auf der Toilette war. Trotz des notwendigen Aktivierungsschlüssels, den der Fahrer mit sich führte, gelang es dem Unbekannten, die Bahn unbefugt abzufahren, bis im betroffenen Bereich der Strom abgeschaltet wurde. Der Unbekannte war zunächst flüchtig.

„Unser Fahrer ist kurz auf die Toilette gegangen und hat dafür die Straßenbahn versperrt. Als er zurückgekommen ist, war die Garnitur nicht mehr da“, gab der Wiener-Linien-Sprecher Michael Unger gegenüber „wien.ORF.at.“ an. Danach hatte sich eine unbekannte Person kurz nach 8.00 Uhr widerrechtlich Zutritt zum Führerstand der Bahn verschafft. Polizeisprecherin Irina Steirer erläutert: „Er ist dann mit der Straßenbahn unbefugt abgefahren. Die Wiener Linien haben zuerst einen Funkspruch abgegeben und dann den Stromkreis im betroffenen Bereich abgestellt.“

Die Bahn kam dadurch im Bereich der Haltestelle Breitenfurter Straße zum Stehen, worauf der Unbekannte die Garnitur verließ und flüchtete. Die Polizei fertigte zwei Anzeigen wegen des unbefugten Gebrauchs von Fahrzeugen und Einbruchs. Es kam durch den Vorfall zu keiner Verkehrsbeeinträchtigung. Es wurde auch nichts beschädigt und niemand verletzt.

Wiener-Linien-Sprecher Michael Unger ergänzt: „Eine Straßenbahn ist für Menschen, die sich damit nicht auskennen, nicht leicht zu bedienen“, so Unger. „Außerdem benötigt man einen Aktivierungsschlüssel. Und unser Fahrer hatte seinen Schlüssel noch.“

Am Dienstag konnte der Täter dank einer genauen Beschreibung gefasst werden: Es handelt sich um einen 36-jährigen ehemaligen Mitarbeiter. Er hat die Tat gestanden und sagte aus, er habe einfach in diesem Moment einen Blackout gehabt. Woher er den Schlüssel hatte, ist noch unklar. Seinen eigenen Aktivierungsschlüssel hatte er nach seiner Entlassung zurückgegeben. Er ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Fundstelle:
wien.orf.at vom 23.01.2017

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