Autofahrer ruft aus Angst vor Tunnel Polizei um Hilfe

Tunnel
Foto: Smybolbild

Zu ihrem wohl ungewöhnlichsten Einsatz im Jahr 2016 wurde die Polizei in Minden am vergangenen Mittwoch zur Einfahrt in den Weserauentunnel gerufen. Dort hatte ein Autofahrer gestoppt, da er unter einer Tunnelphobie leidet. „Der Mann hat sehr verantwortungsbewusst gehandelt“, gab Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Mindener Polizei, gegenüber der Zeitung der „Welt“ an.

Da auf der autobahnähnlich ausgebauten Straße (B 61) keine Möglichkeit zur Umkehr bestand und die Ehefrau des älteren Herrn keine Fahrerlaubnis besitzt, saß das Ehepaar buchstäblich fest. Der Mann sicherte seinen Pkw ordnungsgemäß ab und wandte sich hilfesuchend an die Beamten. Die rückten umgehend aus, ließen sich das Problem schildern und schritten zur Tat. Der Ehemann wurde – abgelenkt durch etwas „small talk“ – in einem Streifenwagen durch den 1730 Meter langen Weserauentunnel chauffiert. Seinen Wagen samt Ehefrau steuerte eine Polizistin durch die Röhre. Am anderen Ende, im Bereich Porta Westfalica, setzte das Ehepaar die Fahrt wieder alleine fort. Zuvor hatten sie sich noch bei ihren „Helfern in der Not“ herzlich bedankt.

Das aus dem Münsterland stammende Ehepaar befand sich auf der Heimkehr aus dem Weihnachtsurlaub und beabsichtigte „über Land“ zu fahren. Dass der Mann dabei in Minden auf den seit 2002 für den Verkehr freigegeben Weserauentunnel treffen würde, habe er eigenem Bekunden nach nicht gewusst. Da die Symptome seiner Tunnellangst ihn fahrunfähig machen würden und somit eine Gefahr für ihn und andere Autofahrer im Tunnel bestanden hätte, habe er sich an die Polizisten gewandt.

Fundstellen:
welt.de vom 30.12.2016
Pressemitteilung der Polizei Minden-Lübbecke vom 30.12.2016

Schlagworte:
, , , , , , , , , , ,