Kleintiermassaker durch Hund führt zu Leinen- und Maulkorbzwang

Hund
Foto: Symbolbild

Ein Jagdhund der Rasse „Deutsch Drahthaar“ richtete in einem Kleintierzwinger ein Massaker an, indem er zehn Meerschweinchen und sieben Kaninchen totgebissen hatte. Die Stadtbehörde stellte daraufhin die Gefährlichkeit des Hundes fest. Nunmehr besteht ein Leinen- und Maulkorbzwang beim Ausführen des Hundes, wogegen sich der Hundehalter erfolglos im Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf wehrte.

Die Tötung von siebzehn Kleintieren in einem Solinger Kleintierzwinger rechtfertigt die Feststellung der Gefährlichkeit eines Hundes durch die Stadt Solingen. Dies hat die 18. Kammer des Verwaltungsgerichts Düsseldorf mit Beschluss vom 03. Januar 2017 in einem Eilverfahren entschieden und damit den Antrag des Hundehalters gegen die Ordnungsverfügung der Stadt Solingen abgelehnt.

Nach dem Erkenntnisstand des Eilverfahrens hatte der Hund, ein Rüde der Jagdhundrasse „Deutsch Drahthaar“, am 3. August 2016 einen Kleintierzwinger aufgebrochen, war in diesen eingedrungen und hatte zehn Meerschweinchen und sieben Kaninchen getötet. Bereits am 3. Mai 2016 hatte er ebenfalls in Solingen einen Kaninchenstall aufgebrochen, das Kaninchen wahrscheinlich totgebissen und mitgenommen. Auf Grund dieser Vorfälle hatte die Stadt Solingen den Hund amtstierärztlich begutachten lassen. Sodann stellte sie dessen Gefährlichkeit nach den Vorschriften des Landeshundegesetzes durch Ordnungsverfügung fest, da der Hund gezeigt habe, dass er unkontrolliert Tiere reiße.

Gesetzliche Folge ist ein Leinen- und Maulkorbzwang bei Ausführen des Hundes. Die Ordnungsverfügung sieht das Gericht als rechtmäßig an. Alle Erkenntnisse sprächen für das Fehlverhalten des Hundes, auch wenn der Hundehalter nunmehr die Täterschaft des Rüden abstreite. Zeitnah habe er jedoch gegenüber der Polizei eingeräumt, dass sein Hund für die Angriffe verantwortlich gewesen sei. Eingeräumt habe er auch, dass sein Hund ein ausgezeichneter Jagdhund sei, der hin und wieder eine Katze jage oder reiße.

Außerdem lägen beide Tatorte in einem Radius von weniger als 1 km Luftlinie vom Wohnort des Halters. Auch sei der Hund von Zeugen erkannt worden. Selbst wenn sich im Hauptsacheverfahren herausstellen sollte, dass der Hund die Vorfälle nicht verursacht habe, sei die vorläufige Befolgung der Ordnungsverfügung hinzunehmen. Sie mute dem Hundehalter lediglich zu, dem Hund Leine und Maulkorb anzulegen, wenn er ihn ausführe. Demgegenüber könne es nicht hingenommen werden, wenn es bis zu einer Entscheidung im Klageverfahren erneut zu Übergriffen des Hundes käme.

Gegen den Beschluss ist die Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster möglich.

Fundstelle:

Pressemitteilung NRW-Justiz vom 04.01.2017
Beschluss des Verwaltungsgerichts Düsseldorf, 18 L 4205/16

Schlagworte:
, , , , , , , , , ,
  • Naya

    Wie kann der Hund ein ausgezeichneter Jagdhund sein, wenn er so unkontrolliert Tiere reißt und dafür sogar Zwinger aufbricht?
    Klingt für mich nicht nur nach Fehlverhalten des Hundes, sondern vor allem auch einem des Halters.

  • Jan

    So was selten dämliches kann man doch nicht ernst nehmen. Der Hund wird jagdlich geführt und ist offensichtlich dementsprechend trainiert. Was kann der Hund für seine hervorragende Veranlagung? Wer müsste den Maulkorb tragen, wenn ein Fuchs eingebrochen wäre? Der Ordnungsbeamte?

    • Naya

      Ein Jagdhund ist doch nicht dann ein guter Jagdhund, wenn er alles, was irgendwie größenmäßig passt, erledigt, sondern eben das tut, was zur Unterstützung der Jagd seines Herrchens nötig ist. Töten gehört bei den meisten Aufgaben eines Jagdhundes nicht dazu.
      Überschärfe zB zählt auch eindeutig zu den Fehlern, die ein Jagdhund haben kann.