Kein Schadensersatz wegen schneebedeckten Hundehaufen

Hundehaufen
Foto: Symbolbild

Das Amtsgericht München hat entschieden, dass für die Beseitigung unentdeckter Hundehaufen auf einem gekauften Grundstück kein Schadensersatz zu zahlen ist, weil der Hundebesitzer nicht zuvor zur Beseitigung des Kots aufgefordert worden ist. (Urt. v. 13.04.2016, Az. 171 C 15877/15).

Geklagt hatte der Käufer eines Grundstücks. Dieser hatte im Winter 2014 eine Eigentumswohnung mit Garten in der Großfriedrichsburger Straße in München vom Beklagten gekauft. Dummerweise war dabei vereinbart worden, dass das Objekt „wie besichtigt“ verkauft werden sollte. Nachzulesen ist dies im ordnungsgemäß notariell beurkundeten Kaufvertrag.

Die Wohnung wurde am 29.12.2014 übergeben. Erst mehrere Monate nach der Übergabe stellte der Käufer fest, dass der Garten mit Hundekot verunreinigt war. Aufgrund des schneebedeckten Gartens war ihm dies nicht bereits beim Kauf im Winter, sondern erst beim Einsetzen des Tauwetters aufgefallen. Die Fäkalien sollen vom Hund des Verkäufers stammen. Dieser weist die Vorwürfe zurück und macht geltend, dass die Verunreinigung im Garten von anderen Hunden stammen müssten. Er hätte die Hundehaufen seines Hundes immer beseitigt.

Für die Reinigung des Gartens verlangte der Kläger vom Beklagten die stolze Summe von 3.500 Euro. Insgesamt soll es sich um 19 Hundehaufen handeln. Der Kot sei in das Erdreich eingesickert und kontaminiere nun den Oberboden. Die Hinterlassenschaften von Hunden könnten zudem widerstandsfähigen Krankheitserregern enthalten.

Die Existenz einer Vielzahl von Hundehaufen begründet zur Überzeugung des Gerichts zwar grundsätzlich einen Sachmangel“, so das Urteil. Aber: „Der Kläger hätte den Beklagten zum Entfernen der Haufen auffordern und eine entsprechende Nachfrist setzen müssen“, so das Gericht weiter. Der Kläger könne keinen Schadensersatz verlangen, da der den Beklagten nicht zur Nacherfüllung und zur Beseitigung aufgefordert hat. Außerdem geht das Gericht davon aus, dass der Kläger die Kontamination des Bodens maßgeblich selbst verursacht hat. Denn der Kläger hat zu spät den Kot beseitigt. „Vielmehr hat der Kläger quasi zugesehen, wie der Kot nach und nach in das Erdreich eingesickert ist, und damit auch der Entstehung des Folgeschadens, der auf dem ursprünglichen Sachmangel beruht. Für diese Entwicklung muss der Kläger selbst einstehen“, so das Urteil.

Fundstelle:
www.justiz.bayern.de

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  • Jochen

    Jo, und dann wundern wir uns, warum wir Jahrelang warten müssen, wenn wir die Justiz mal wirklich brauchen!