Kuriose Schmerzensgeldklage eines Priesters

Schmerzensgeldklage
Foto: Symbolbild

Ein afrikanischer Priester und zugleich Prinz verklagte die Uniklinik Bonn vor dem Bonner Landgericht auf 12.000 € Schmerzensgeld, weil eine Behandlung ihn an der Seele verletzt habe. (Az. 9O 505/14).

Am 7. Juni 2013 musste der Mann notärztlich behandelt werden. Er litt unter Herzrhythmusstörung, Luftnot, Bluthochdruck und Vorhofflimmern. Der Notarzt erkannte darin alle Symptome eines Herzinfarkts und lies den afrikanischen Priester in die Bonner Uniklinik einliefern. Um eine lebensbedrohliche Herzerkrankung auszuschließen, wurde er im Uniklinikum von Kardiologen behandelt, die unter anderem aus diagnostischen Gründen eine Katheter-Untersuchung ansetzten. Dafür wurde in der linken Leiste eine Kanüle platziert, worin laut deutscher Rechtsprechung bereits eine Körperverletzung zu sehen ist, die aber gerechtfertigt sein kann.

Der 53-jährige Patient ist Priester der Yoruba-Religion, die hauptsächlich in Nigeria praktiziert wird. Ihre Anhänger glauben, dass jede körperliche Verletzung, die zu Lebzeiten beigebracht wird, im Leben nach dem Tod weiterbestünde.

Der Mann macht daher geltend, dass der ärztliche Eingriff ihn in seinem Selbstbestimmungsrecht verletzt habe. Sowohl der operative Eingriff an seiner Leiste, als auch die Berührung seines Genitals während der Behandlungsprozedur hätten seine Seele und sein Schamgefühl schwer beschädigt. Aus religiösen Gründen hätte er einem solchen Eingriff daher nicht zugestimmt, weil er zeitlebens operationslos bleiben wollte.

Juristisch ist deswegen fraglich, ob die Verletzung gerechtfertigt war. Das Bonner Landgericht hat entschieden, dass die Katheter-Untersuchung angesichts der drohenden Lebensgefahr zwingend geboten gewesen war. Ein medizinisches Gutachten hatte außerdem ergeben, dass es in der konkreten Situation keine Zeit mehr für andere Behandlungsmethoden wie beispielsweise Ultraschall oder ein MRT gegeben habe. Hinzu kommt, dass dem 53-Jährigen vorab von Ärzten auf englischer Sprache erklärt worden war, welche Behandlungen durchgeführt werden sollen. Die Klage wurde im Ergebnis abgewiesen.

Abschließend stellten die Richter fest, dass es auch aus religiösen Aspekten vermutlich besser sei, eine kleine Operationsnarbe hinzunehmen, dafür aber im nächsten Leben ein einwandfrei funktionierendes Herz zu haben.

Fundstelle:
general-anzeiger-bonn.de

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  • Sternzeichen Bananenmarmelade

    Den letzten Satz find ich persönlich am besten. Der ganze vorherige Klimbim und Einwand des werten Herren wird dadurch so herrlich einfach entwertet wie ich finde. Es ist logisch, es ist einfach, es ist perfekt.

  • Jonas

    Na, Justillon, wo kam der Mann her? Afrika ist nämlich der zweitgrößte Kontinent der Welt, und hier steht ja auch nicht, dass er in einem Europäischen Krankenhaus behandelt wurde ;)