Schülerin musste in Eimer pinkeln – 1,25 Mio. Dollar Entschädigung

Eimer
Foto: Symbolbild

Weil eine damals 14-jährige Schülerin in der Schule in einen Eimer pinkeln musste, wurden ihr nun von einem US-Gericht 1,25 Mio. Dollar als Entschädigung zugesprochen.

Als die Schülerin ihre Kunstlehrerin fragte, ob sie kurz auf die Toilette gehen dürfe, ließ die Lehrerin sie nicht gehen und antwortete, dass sie ja, wenn sie dringend müsse, in die Abstellkammer hinten im Klassenraum gehen und in einen Eimer pinkeln könne. Genau das tat sie – und verklagte anschließend ihre Schule.

Im südkalifornischen San Diego wurden ihr nun von einem Gericht 1,25 Mio. Dollar Entschädigung zugesprochen. Dabei gingen die Geschworenen mit ihrem Urteil deutlich über die von der Klägerin geforderte Summe von 25.000 Dollar hinaus. Im Rahmen des Prozesses schilderte die Schülerin ihre Demütigung, die sie damals empfinden musste.  Als sie mit ihrem „Geschäft“ fertig war, musste sie den Inhalt des Eimers in ein Waschbecken kippen. Was aber deutlich schlimmer für sie war: Nach dem Vorfall lästerten ihre Mitschüler über sie, auch einige geschmacklose SMS habe sie deswegen erhalten. Sie habe danach zwei mal die Schule wechseln müssen, sagte die heute 19-Jährige aus. Sie leide bis heute und sei nach wie vor in psychologischer Behandlung,

„Das hätte einer 14-Jährigen niemals passieren dürfen“, so ihr Anwalt Brian Watkins. Mit dem Urteil sei seine Mandantin zufrieden. Die Schulbehörde habe den Fehler eingesehen. „Sie haben schon die Regeln für den Toilettengang geändert, deshalb denke ich, es war für beide Seiten positiv.“ Die damals verantwortliche Kunstlehrerin sei neu an der Schule gewesen und habe gedacht, die Schüler dürften unter keinem Umstand das Klassenzimmer verlassen, sagte eine Sprecherin der Schule aus. Sie habe „irrtümlich gedacht, das mit dem Eimer sei eine gute Idee“. Nach dem Vorfall wurde die Lehrerin suspendiert und hat seither keinen Fuß mehr in die Schule gesetzt.

Ob die Schulbehörde Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wird, ist bisher nicht bekannt.

Fundstelle:
Spiegel.de

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