Steuerschulden mit 300.000 Cent-Münzen bezahlt

Steuerschulden
Foto: Symbolbild

Indem ein Mann in den USA seine Steuerschulden mit 300.000 Cent-Münzen bezahlte, wollte er gegen den dortigen Behördenwahnsinn protestieren.

Nick Stafford schuldete dem „Department of Motor Vehicles“ in Lebanon (Virginia, USA) umgerechnet 2.800 €. Der Mann hatte es versäumt, die Kfz-Steuer für zwei neue Autos und den Wagen seines Sohnes zu zahlen. So zumindest die Sicht der Behörde.

Staffords Version der Geschichte lautet etwas anders: er hatte seit September letzten Jahres versucht, die zuständige Behörde telefonisch zu erreichen. Angeblich war er sich nicht sicher, welchen seiner vier Wohnsitze er bei der Behörde angeben musste. Nach eigener Aussage wurde er bei der Behörde von der einen Stelle an die andere weiterverwiesen, weil sich niemand für seinen Fall zuständig fühlte. Am Ende hatte er zwar zehn verschiedene Telefonnummern, aber immer noch keine Antwort auf seine Frage.

Da ihm aus seiner Sicht die Auskunft verweigert worden war, zog Stafford sogar vor Gericht. Dort berief er sich auf den „Freedom of Information Act (1967)“, der Behörden verpflichtet, den Bürgern für sie wichtige Informationen mitzuteilen. Er hatte Erfolg und bekam auch tatsächlich eine Telefonnummer mitgeteilt. Allerdings meinten die Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung, dass die Nummer nicht für den öffentlichen Gebrauch bestimmt sei. Daher zog Stafford erneut vor Gericht.

„Wenn die mir Unannehmlichkeiten bereiten, bereite ich ihnen auch welche“

Insgesamt reichte er drei Klagen ein. Zwei direkt gegen Mitarbeiter des Büros und eine gegen das Department of Motor Vehicles selbst. Seine KfZ-Steuer musste er trotzdem zahlen. Aus Protest schob er letztendlich fünf Schubkarren in den Vorraum des Departments. Insgesamt befanden sich darin 300.000 Cent-Münzen. Das Geld wog 725 Kilo. Laut Staffords waren die Angestellten nicht einmal verärgert, sondern „ganz nett“. Das „U.S. Department of the Treasury“ bestätigte, dass alle Münzen – also auch Cent-Münzen – legales Zahlungsmittel für alle Arten von Schulden seien. („Coinage Act, 1965“).

Die Cent-Münzen hatte Stafford gemeinsam mit elf Leuten vorbereitet. Ihnen hatte er je 10€ in der Stunde gezahlt, damit sie ihm halfen, die Geldrollen aufzubrechen. Insgesamt kostete ihn seine kleine Racheaktion 440$ Lohn, 400$ für die Schubkarren und 165$ an Gerichtskosten. Ob es das wert war?

Fundstellen:
heraldcourier.com
bild.de

Schlagworte:
, , , , , , , ,
  • Ben Stahr

    Bevor jemand auf Gedanken kommt: Euro-Münzen sind kein unbeschränktes gesetzliches Zahlungsmittel und es müssen in Deutschland maximal 50 Münzen pro Zahlung angenommen werden.

    • Feĺix Fotƶnhobĺ

      schade, gerade wegen der gebühr fürs staatliche fernsehen