USA: Blumen für alle! Auch für homosexuelle Paare

Blumen
Foto: Symbolbild

Eine Floristin im US-Bundesstaat Washington hatte einem Paar Blumen für seine gleichgeschlechtliche Eheschließung verweigert. Ein Gericht hat nun entschieden, dass dies gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstößt.

Im Jahr 2013 wollte ein homosexuelles Paar für seine Hochzeit Blumendekorationen bei Arlene’s Flowers in Richland kaufen. Die Inhaberin teilte dem Paar jedoch brüsk mit, dass sie „wegen ihres Glaubens an Jesus Christus“ keine Blumen für eine gleichgeschlechtliche Eheschließung liefere, da die christliche Ehe alleine zwischen Mann und Frau geschlossen werden soll. Robert Ingersoll und sein langjähriger Partner Curt Freed legten die Hochzeit daraufhin vorerst auf Eis. Sie befürchteten, dass sie auch anderswo keine Blumen für ihre Hochzeit geliefert bekämen.

Als der Fall bekannt wurde, forderte die Staatsanwaltschaft die Inhaberin von Arlene’s Flowers auf, ihre Kunden nicht mehr zu diskriminieren und eine Unterlassenserklärung zu unterzeichnen. Die Frau weigerte sich. Daraufhin zog das Paar vor Gericht.

Der Benton County Superior Court verurteilte die Inhaberin zu einer Strafe von 1.000 $. Mit Beistand der evangelikalen Rechtshilfeorganisation „Alliance Defending Freedom“ legte die Floristin gegen das Urteil Berufung ein.

Das Oberste Gericht des Westküstenstaates urteilte allerdings, dass die Inhaberin des Blumenladens – Barronelle Stutzman (72) – gegen das Gleichbehandlungsgesetz von Washington verstoßen habe. Der Gouverneur von Washington, Jay Inslee, hat das „Urteil gegen Intoleranz“ begrüßt.

Im Internet protestieren verschiedene streng religiöse Gruppierungen unter dem Hashtag #StandWithBarronelle gegen das Urteil. Außerdem wurde eine Website (adflegal.org) eingerichtet, auf der Spenden für die Inhaberin des Blumenladens gesammelt werden. Ein Anwalt gab an, dass die 72-Jährige bis vor das höchste Gericht, den United States Supreme Court, ziehen will.

Fundstelle:
morgenpost.de
fortune.com

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  • Sowas gibt es in DE nicht. Bei uns ist es ganz klar so, dass ein Verkäufer nicht jedem verkaufen muss. Wenn ich Kaffee kaufen will und die Tussi hinter dem Tresen sagt „och, Ihnen verkaufe ich den nicht“, dann ist das zwar geschäftsschädigend, aber da kann man machen nix. Ist so. Der Händler darf sich aussuchen, wer bei ihm kauft.

    • krakos

      Wenn ein Käufer, der abgelehnt wurde, Indizien feststellt, dass er diskriminiert wurde, kann er auch in Deutschland klaggen. Maßgeblich ist hier das AGG

  • amfa

    Ich kenn das Gesetz in den USA bzw Washington nicht.
    Aber zwingen die wirklich Verkäufer jedem etwas zu verkaufen?

    Ich meine so wenig ich Verständnis dafür haben einem homosexuellen Paar Blumen zu verkaufen, so wenig Verständnis habe ich dafür das man jemanden dazu zwingt einem anderen etwas zu verkaufen.

    Es wird doch mit Sicherheit noch andere Blumenläden geben mit aufgeschlosseneren Besitzern.
    Und das paar hat auch nur in einem Blumenladen gefragt? Nicht mal weitere Angebote eingeholt zum Preisvergleich?