Wie der Fahrdienst Uber mit einem Tool die Polizei täuscht

Uber
Foto: Mark Warner - flickr.com - CC BY 2.0 (bearbeitet)

Der Taxi-Vermittler Uber soll gezielt ein Tool namens „Greyball“ eingesetzt haben, um Behördenmitarbeiter und Strafverfolger in die Irre zu führen.

Uber ist ein amerikanisches Unternehmen, das Online-Vermittlungsdienste zur Personenbeförderung anbietet. UberTaxi vermittelt über die Smartphone-App oder die Website des Unternehmens Taxis an Fahrgäste. Das Unternehmen erhebt dabei eine Provision von bis zu 20 Prozent des Fahrpreises. Im Jahr 2016 war Uber in über 400 Städten vertreten. Seit 2014 wird auch in Deutschland der Dienst UberTaxi angeboten und ist heftig umstritten.

Dem Uber-Gründer Travis Kalanick wird vorgeworfen, soziale Standards und andere Regeln zur Personenbeförderung nicht einzuhalten und den Markt mit Dumpingpreisen zu manipulieren.

Geisterfahrzeuge und mysteriöse Stornierungen

Um sich unliebsamer Kontrollen der Behörden zu entziehen und marktfähig zu bleiben, soll Uber eine Software namens „Greyball“ entwickelt haben, die es dem Unternehmen ermöglicht, über die Uber-App Kunden gezielt zu identifizieren. Immer wenn ein Polizist versucht, ein Uber-Fahrzeug zu buchen, gibt es kein freies Uber-Auto in der Nähe oder das bestellte Taxi wird kurzerhand storniert.

Auf die Schliche gekommen waren dieser Praktik Mitarbeiter der US-amerikanischen Stadt Portland. Dort hatte Uber seine Fahrdienste ganz einfach ohne Genehmigung angeboten. Die Polizei versuchte hierfür Beweise zu sammeln und wollte dazu über die App ein Uber-Taxi bestellen. Erfolglos!

„Uber hat dank der eingesetzten Software ausgewertete Login-Daten und hinterlegte Kreditkarten-Informationen, mit deren Hilfe sie die Strafverfolger identifizieren und schließlich in die Irre führen können“
, heißt es in der „New York Times“.

Das Unternehmen behauptet, das Tool diene ausschließlich der Identifizierung von problematischen oder gewaltbereiten Kunden. „Das Programm verweigert Nutzern eine Fahrt, die gegen unsere Geschäftsbedingungen verstoßen. Seien es nun Kunden, die unseren Fahrern Gewalt androhen oder Konkurrenten, die unseren Fahrbetrieb stören wollen.“

Laut FAZ konnte dem Fahrdienstanbieter der Einsatz des Tools in Deutschland bisher nicht nachgewiesen werden. Datenschutzrechtlich sind solche Praktiken höchst umstritten. Allgemein hat es Uber in Deutschland eher schwer. Bereits 2014 hat die Hamburger Verkehrsbehörde de facto UberPop verboten, indem sie Uber untersagte, entgeltliche oder gewerbliche Fahrten an Leute zu vermitteln, die keine Genehmigung nach dem Personenbeförderungsgesetz haben.

Fundstelle:
heise.de

Schlagworte:
, , , , , , , , ,
  • „Uber ist ein amerikanischen Unternehmen,“
    bitte korrigieren: amerikanisches