Leichentemperatur mit Bratenthermometer gemessen

Leichentemperatur
Foto: Symbolbild

Im Prozess gegen einen Frauenarzt aus Osnabrück, der seine Frau in Erding getötet haben soll, mussten Beamte des Kriminaltechnischen Dauerdienstes vor dem Landgericht Landshut einräumen, dass sie die Leiche nicht gesichert haben und ihre Temperatur nur einmal völlig unzureichend mit einem Bratenthermometer gemessen haben. Sie gingen von einem Routinefall aus, obwohl die Leichte mit Blutergüssen übersät war.

„Die vorherrschende Meinung am Tatort war, dass es ein Sturz gewesen sein muss“, gab eine Polizistin als Zeugin an, wie das Nachrichtenportal idowa berichtet. Es war nicht das erste Mal, dass sich die ermittelnde Erdinger Kriminalpolizei Kritik gefallen lassen muss. Bereits im ersten Prozesstermin gegen den renommierten Gynäkologen wurde bekannt, dass der Tatort als solcher trotz 100 Blutergüssen an der Leiche nicht erkannt worden war.

Auch beim neuen Verhandlungstermin kamen weitere Details ans Licht. So musste die Beamten vom Kriminaltechnischen Dauerdienst vor Gericht eingestehen, dass die Leiche nicht gesichert wurde und die Temperatur der Frau lediglich ein Mal – mit einem völlig unzureichenden Bratenthermometer – gemessen wurde.

Zwar habe den führenden Ermittler am nächsten Vormittag „irgendein komisches Gefühl“ beschlichen, dennoch durfte der Angeklagte mit der Erlaubnis der Kripo das Badezimmer gründlich reinigen. Der Frauenarzt gab an, es habe es den beiden Kindern nicht zumuten wollen, dass sie das Blut ihrer Mutter sehen müssen.

Der Prozess wird noch fortgesetzt.

Fundstelle:
idowa.de vom 03.05.2017

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  • Karl Schneider

    Die Geschichte mit dem Bratenthermometer war schon im ersten Prozess bekannt. Abgesehen davon geht aus einem Bericht der SZ hervor, dass der Erdinger Arzt (er stammt aus Osnabrück, aber hatte seine Praxis und Wohnung in Erding, warum also daraus einen „Frauenarzt aus Osnabrück“ machen?)
    offenbar auch den Notarzt und die Rettungsassistenten nach Strich und Faden hinters Licht geführt hat, die sich die vielen Hämatome auch als sturzbedingt verkaufen ließen. Das Herumhacken auf der unprofessionellen Kripo ist daher wohl nicht ganz so gerechtfertigt, auch wenn die Schlagzeile mit dem Bratenthermometer natürlich sehr justillionpassend ist.
    Es heißt übrigens „Kriminaldauerdienst“ und nicht „Kriminaltechnischer Dauerdienst“, das mit dem Thermometer war also die normale Kripo-Bereitschaft und kein spezieller Kriminaltechniker.

  • Sarah Wiener

    Und? War die Leiche gar? Also Fleisch is ab 75° innen gut „blutig“ gebraten. Aussen Kross und innen Rosa .. besser geht nicht.