17.000 Vogelfedern geklaut: 5,5 Millionen Euro Schaden

Vogelfedern
Foto: Symbolbild

Ein besonders dreister Vogelfederdieb muss sich in Basel vor Gericht verantworten. Dem Mann wird vorgeworfen, über 17.000 Vogelfeldern aus verschiedenen Museen geklaut zu haben!

Jahrelang hat ein Mann aus dem Kanton Solothurn in der Schweiz in Museen sein Unwesen getrieben. Der 45-jährige Familienvater muss sich seit dieser Woche deswegen vor dem Strafgericht Basel-Stadt verantworten. Dem Mann wird vorgeworfen, zwischen 2005 und 2012 in naturhistorischen Museen in Basel, Bern, Frankfurt, Wien, München, Berlin und Stuttgart wertvolle Vogelfedern entwendet zu haben. Dies gelang ihm wohl nur, weil er die Kuratoren mit seinem großen Fachwissen über Greifvögel beeindrucken konnte.

„Dieser Mann hat eine hohe kriminelle Energie an den Tag gelegt“, erzählt Johanna Eder, Direktorin des Staatlichen Naturkundemuseums Schloss Rosenstein in Stuttgart. Der Schweizer hatte im Rosensteinmuseum angegeben, an einem Buch über Greifvögel zu arbeiten. „Unsere Sammlung steht für Wissenschaft und Forschung offen, ist aber natürlich nicht frei zugänglich“, meint Direktorin Eder. Der Mann habe es trotz intensiver Betreuung geschafft, Federn von mindestens 150 seltenen Greifvogelpräparaten zu stehlen.

Der 45-Jährige war erstmals 2012 in Berlin aufgefallen. Dort bemerkten Wissenschaftler das Fehlen diverser seltener Federn und informierte sofort ihre Kollegen. Die Schweizer Polizei durchsuchte daraufhin die Wohnung des Familienvaters. Sie stellte insgesamt 17.250 Greifvogelfedern sicher. Den entstandenen Schaden beziffert die Baseler Staatsanwaltschaft auf 5,5 Millionen Euro.

Es wird angenommen, dass die ungewöhnliche Sammelleidenschaft des Mannes im Laufe der Jahre zu einer Sucht ausgeartet ist. Er selbst gab an, sich eine eigene Sammlung aufbauen zu wollen mit Präparaten von allen Greifvogelarten. Der 45-Jährige ist in Basel wegen gewerbsmäßigen Diebstahls angeklagt. Er hatte die Federn wohl teils auch weiterverkauft oder getauscht.

„Der wissenschaftliche Verlust ist unermesslich“, meint die Direktorin des Rosensteinmuseums. Von einigen Präparaten würden seit dem Diebstahl keine unbeschädigten Exemplare mehr existieren. Der freche Dieb ist jedoch immerhin geständig.

Fundstelle:
stuttgarter-nachrichten.de

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