Zu früh gekommen – 18-Jähriger zeigt Prostituierte an

Prostituierte
Foto: Symbolbild

Weil er beim Sex zu früh gekommen ist, hat ein 18-Jähriger aus Saarwellingen (Saarland) eine Prostituierte wegen Betruges angezeigt.

Er lernte die Dame im Internet kennen, sodann wurde ein Treffen vereinbart. Nun wirft der 18-jährige Jungspund der Prostituierten vor, bewusst nicht das geleistet zu haben, was sie ihm gegen Entgelt versprochen hat.

Die 26-jährige Rumänin bot für 160 Euro „eine Stunde volles Programm“ an.  Deshalb ging der junge Mann davon aus, er würde für seine vorab bezahlten 160 Euro auch eine ganze Stunde bekommen. Dummerweise erreichte er jedoch schon nach 10 Minuten den Höhepunkt durch manuelle Befriedigung, sodass das volle Programm eben nicht eine Stunde dauerte. Nun behauptet er, er habe klar den Willen geäußert, noch nicht kommen zu wollen. Die Prostituierte habe nach seiner Ansicht bewusst weiter gemacht, damit der Akt schneller beendet sei. Sie habe vorab das Geld für eine Stunde kassiert, aber nie vorgehabt, eine Stunde lang ihre sexuellen Dienste zu leisten. Der 18-Jährige verständigte die Polizei, um den Fall aufzunehmen. Er erstattete Anzeige wegen Betrugs. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Nach § 263 Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält.

Dabei dürfte es jedenfalls schwierig werden, der Prostituierten den subjektiven Tatbestand nachzuweisen. Sie müsste von Anfang an vorgehabt haben, den 18-Jährigen über die tatsächliche Dauer des Aktes zu täuschen, damit dieser entsprechend für eine Dauer bezahlt, die sie gar nicht anbieten wollte – alles andere als ein alltäglicher Fall für die Staatsanwaltschaft.

Sollte es in diesem Fall Neuigkeiten geben, werden wir den Artikel aktualisieren.

Quelle:
Saarbrücker Zeitung

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  • Veit Stöckle

    okay..was soll ich da jetzt sagen :P
    Ja der Prostituierten was nachzuweisen wird (zumindest in dem Fall) schwer sein.
    Aber selbst wenn man nachweist dass sie absichtlich gehandelt hat:
    Wo liegt die Vermögensschädigung?

    • Plaudertasche

      Das mit dem Nachweis wird schwer, da haben Sie Recht.

      Der Vermögensschaden liegt eindeutig darin, dass das Opfer für eine Stunde den Betrag von 160 Euro gezahlt hat und nicht den „üblichen“ von 20 oder 30 Euro für zehn Minuten!

      Wenn das Opfer gewusst hätte, dass die Täterin es nach zehn Minuten schafft ihn zum Orgasmus zu bringen, dann hätte er lediglich für diese Zeit bezahlt. Somit liegt definitiv ein Vermögensschaden vor. Fraglich ist blos das vorsätzliche Handeln vor der eigentlichen „Handlung“. Gilt eben zu klären, ob die Täterin schon bei Vertragsabschluss den „vorzeitigen“ Samenerguss des Opfers wollte um sich so „widerrechtlich“ zu bereichern.

      Aber darüber dürfen sich viel schlauere Leute Gedanken machen…

      Ich für meinen Teil frage mich eher, warum das Opfer nicht die restliche Zeit mit der Täterin verbracht hat. So wäre doch beispielsweise eine zweite Runde drin gewesen. Vereinbart war ja eine ganze Stunde – Wie die Zeit verbracht wird ist den Beiden ja überlassen. Wenn das Opfer kein Stehaufmännchen ist, dann ist er sogar teilweise selber Schuld. Insbesondere weil er wohl aus eigener Erfahrung wissen dürfte, dass er keine ganze Stunde durchhält. Somit hat er eigentlich nur sich selbst um das schöne Geld beschissen.

  • Lena Schneider

    Ein Hinweis zur Quellenangabe:
    Das Blatt heißt „Saarbrücker Zeitung“, nicht „Saarbrückener Zeitung“.

  • Ronny

    Ganz ehrlich? Wenn ich solche Damen aufsuchen würde, würde ich nicht auf die Idee kommen, so eine Anzeige zu machen. Die Gefahr, dass Bekannte und Verwandte meinen Namen in so einem Zusammenhang hören, wäre mir zu groß und zugleich wäre es doch irgendwie peinlich.

    Und hey! Er ist doch „gekommen“. Ziel erreicht würde ich sagen, Rest ist halt Trinkgeld! =D

  • Ju

    Ich kann nicht verstehen, dass einem Opfer einer solch kapitalen Straftat noch Spott entgegenschlägt:

    „Par. 177 StGB:
    Wer gegen den erkennbaren Willen einer Person sexueller Handlungen an dieser Person vornimmt, […]“

    Dazu gehört halt auch aufzuhören, wenn es gewünscht wird!

    • Ronny

      Der Paragraph trifft hier nicht zu, im Gegenteil: Das „Opfer“ wollte ja gerade die Fortführung der sexuellen Handlungen, aber die „Täterin“ offenkundig nicht.

      Von daher lässt sich dieser Paragraph nur schwerlich ansetzen.

      Und gezwungen hat das „Opfer“ die „Täterin“ anscheinend auch nicht.

      Also alles „gut“ :)

      • Ju

        Standing ovation im Bundestag:
        Zwang ist nicht erforderlich sondern nur ein „erkennbar entgegenstehender Wille“.

        Nach weitergehenden Quellen wollte das Opfer weder zu diesem Zeitpunkt noch auf diese Art „abgefertigt“ werden und hat hiergegen protestiert.

        Nein heißt halt nunmal nein, auch wenn es nur „so nicht“ bedeutet.

        Stichwort Victim-blaming:
        Hätte er sich halt nicht dorthin begeben…

        • Ronny

          Der wesentliche Punkt ist der:

          Sie hat die Dienstleistung beendet und er hat sie nicht zur Weiterführung der Dienstleistung gezwungen.

          Damit kann das nicht nach 177 StGB bestraft werden, denn dafür wäre es erforderlich gewesen, dass er sich über diesen bekundeten Willen tatsächlich hinwegsetzt. Die Änderung, von der Sie hier reden bezieht sich lediglich darauf, dass es keine Rolle gespielt hätte, ob sie sich beim erzwungenen Verkehr (der hier ja gerade nicht stattgefunden hat) noch gewehrt oder es erduldet hätte.

          Erzwungen hat er hier aber offensichtlich nix, denn dann wäre die Anzeige wegen Betrugs absolut unsinnig.

          • Ronny

            Man kann leider nicht bearbeiten, daher als Antwort-Antwort:

            Protestieren ist nicht strafbar, das kann er solange machen wie er will.

          • Ju

            Da liegt aber ein Missverständnis vor. SIE hat entgegen SEINEM geäußerten Willen auf ein Art und Weise sexuelle Handlungen durchgeführt, die ER zu diesem Zeitpunkt so nicht wollte.

            ER ist das Opfer eines sexuellen Übergriffs!

          • Ronny

            Ach du scheiße…

            Mind…Blown…

            Das das auch anders herum geht, darauf wäre ich gar nicht gekommen…

          • Ju

            Immer wieder überraschend, aber seit der Abschaffung des Par. 175 StGB sollte sexualstrafrecht einigermaßen geschlechtsneutral sein (jedenfalls in der Formulierung).

  • Raoul

    Eigentlich wär’s doch ganz einfach gewesen: Weitermachen und nach 50 minuten zum zweiten Mal kommen.

  • Daniel

    Wenn er sie gebeten hat damit aufzuhören könnte man dann nicht überlegen ob es ab dem Zeitpunkt wo er sie gebeten hat aufzuhören sogar eine sexuelle Nötigung war?

    „Wer gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person sexuelle Handlungen an dieser Person vornimmt[…] wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“