Brite bittet am Flughafen München um Asyl

Asyl
Foto: Symbolbild - Bundespolizei

Man könnte meinen es wäre ein Brexit-Flüchtling. Gab es doch nach Bekanntwerden des EU-Ausstieges Großbritanniens einige Ankündigungen von Bürgern, sie würden nach Deutschland auswandern. Tatsächlich war es aber ein anderer Grund, der einen britischen Bürger um Asyl in Deutschland fragen ließ.

Zunächst reiste der 41-jährige gebürtige Äthiopier ohne weitere Vorkommnisse im Terminal 2 des Flughafens in München ein. Etwa zwei Stunden später kam er jedoch zur Bundespolizei zurück – nun mit der Bitte um Asyl in Deutschland. Er gab an, sein Leben sei in Gefahr. Er wolle nicht länger britischer Staatsbürger sein und man möge seinen Pass nach Großbritannien zurücksenden und ihm den Weg zum Innenministerium erklären.

Die Einreisebeamten wurden skeptisch und hakten bei den Kollegen in London nach. Die dortige Recherche ergab wohl den wahren Grund für das Asylgesuch: Der Mann wurde wegen der Beteiligung an einer Schlägerei auf Bewährung verurteilt. Nun läuft ein erneutes Ermittlungsverfahren gegen ihn, was zu einer Bewährungsrücknahme führen könnte. Die Beamten sehen die drohende Haftstrafe als mutmaßlichen Grund für die Flucht von der Insel.

Da der Mann als EU-Bürger Reisefreiheit genießt, konnte er ohne weitere Maßnahmen von der Wache der Bundespolizei entlassen werden. Nun müssen die Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge über den Antrag entscheiden, sollte der Brite diesen tatsächlich stellen. Der Weg dorthin wurde ihm freilich von der Bundespolizei wunschgemäß erklärt.

Quelle:
tz.de vom 21.07.17

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