Pastafaris: Der endlose Streit um die Nudel

Pastafaris
Foto: Symbolbild

Rund um die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ ranken sich seit Jahren zahlreiche Rechtsstreitigkeiten. Bei der Institution handelt sich um eine von dem US-amerikanischen Physiker Bobby Henderson begründeten Religionsparodie. Die Anhänger, die sich selbst „Pastafaris“ nennen, verehren bereits seit 2005 die Gottheit des „Fliegenden Spaghettimonsters“. In Deutschland kämpfen Mitglieder der Kirche seit Jahren um die offizielle Anerkennung ihrer Religion. In Brandenburg soll nun das Oberlandesgericht ein Machtwort sprechen.

Konkret geht es darum, ob ein Schild, auf dem „Nudelmesse Freitag 10:00 Uhr“ steht, gleichberechtigt neben den Hinweistafeln der anderen Kirchen auf ihren Gottesdienst hängen darf. Die „Pastafaris“ erklären vor Gericht, sie hätten mit dem Land Brandenburg eine Vereinbarung, die ihnen das Aufstellen der Schilder erlaubt. Das Land entgegnet, man habe eine derartige Vereinbarung bereits gekündigt.

Die Anhänger der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters sind eine Gruppe von Religions- und Kirchenkritikern. Ihre „Nudelmessen“ feiern sie in Piratenkostümen, mit Bier und Pasta statt Wein und Brot. Das Glaubensbekenntnis wird von einem Nudelholz abgelesenen. Seit einigen Jahren wirbt die Gruppierung im uckermärkischen Templin mit vier Infotafeln für ihren Gottesdienst. Die Schilder sind direkt neben denen der evangelischen und der katholischen Kirche gut sichtbar an den Ortseingängen aufgestellt. Der Religionsverein verweist dabei auf einen mündlich geschlossenen Vertrag zwischen den Pastafaris und dem zuständigen brandenburgischen Landesbetrieb Straßenwesen. Dieser hätte ihnen die Schilder erlaubt. Das Land Brandenburg sieht dies jedoch anders.

Im April 2016 hatte das Landgericht Frankfurt (Oder) dem Land Brandenburg in erster Instanz recht gegeben. Der Vorsitzende des Vereins, Rüdiger Weida, ging daraufhin in Berufung. Die Pastafaris argumentieren dabei mit der in Art. 4 GG verankerten Glaubens- und Gewissensfreiheit. Danach müsse der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters als Weltanschauungsgemeinschaft grundsätzlich die gleichen Rechte zur freien Religionsausübung zugestanden werden wie den etablierten Kirchen, so der Verein. Die Gegenmeinung stützt sich darauf, dass es sich bei der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters um reine Satire handle. Die Anhänger der Kirche würden nicht ernsthaft an ihre Gottheit glauben und demnach auch ihr Handeln nicht hiernach ausrichten. Nach dieser Ansicht können sich die Pastafaris nicht auf Art. 4 GG berufen.

Die Sprecherin des Oberlandesgerichts hat die Entscheidung in dieser Sache für den 02. August angekündigt. In diesem Sinne: „Ramen!“

Fundstelle:
www.rbb-online.de

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  • uncontainable

    Als ob man bei evangelischen oder katholischen Anhängern nachweisen könnte, dass sie ernsthaft an ihre Gottheit glauben. Satire liegt im Auge des Betrachters und Religionen sollten genausowenig ausgeschlossen werden wie Parteien, nur weil sie nicht irgendwelchen archaischen Idealvorstellungen entsprechen. Im Bestfall schaut man sich dadurch das gesamte Kirchensystem bzw. deren Rechtsstellung noch einmal an und hinterfragt die Definition zu deren Legitimation grundsätzlich.

  • wolfi

    Etwas OT:
    Ich kämpfe seit einiger Zeit dafür den Namen der Gottheit zu ändern.
    Statt „Flying Spaghetti Monster“ sollte es heißen „Flying Spaghettini Monster“ – das hat einen viel schöneren Rhythmus!
    Ramen!