„Ich habe es satt, Menschenfleisch zu essen“

Schädel
Foto: Symbolbild

Es hört sich an wie in einem Horrorfilm: Die südafrikanische Polizei untersucht hunderte Fälle von Kannibalismus, nachdem ein Mann auf der Polizeistation erschienen war, im Gepäck eine Hand und ein Bein sowie ein Geständnis: „Ich habe es satt, Menschenfleisch zu essen“, gab er zu Protokoll.

In einem kleinen südafrikanischen Dorf (970 Einwohner) bei Estcourt in der Provinz KwaZulu-Natal soll sich Schreckliches ereignet haben. Die Polizei verhaftete zunächst drei Männer im Alter von 22, 29 und 32 Jahren, weil sie eine Frau vergewaltigt, ermordet, zerstückelt und gegessen haben sollen. Bei den Beschuldigten soll es sich um nach Angaben der „Daily Mail“ um so genannte Nyangas (traditionelle Medizinmänner) handeln.

Im Rahmen einer Bürgerversammlung wollte der Bürgermeister die Vorwürfe aufklären. Ein Drittel der Bewohner räumte dabei ein, bei den Heilern in Behandlung gewesen zu sein und regelmäßig Menschenfleisch gegessen zu haben. Da sie aber niemanden töten wollten, hätten sie Leichen auf dem Friedhof ausgegraben. Zum Beweis sollten sie die Knochen zur Hütte der Medizinmänner bringen und sie ihnen vorlegen. Sie erhofften sich dadurch Gesundheit und Reichtum.

Die Vorfälle kamen ans Licht, nachdem der 32-jährige Mann die Polizeistation von Estcourt aufsuchte und zu Protokoll gab, er sei Kannibale, doch er wolle keiner mehr sein: „Ich habe es satt, Menschenfleisch zu essen“, so eine Aussage. Dann holte er eine Hand und ein Bein einer Frau aus seiner Tasche und legte sie auf den Tisch.

Es kam noch schlimmer: Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Ermittler die verstümmelte Leiche einer Frau. „Es müssen aber noch viel mehr Opfer sein“, gab ein Polizist an. „In einem Topf im Haus haben wir acht Ohren gefunden.“ Bei einem weiteren Verdächtigen fand man den Angaben nach menschliche Organe und Gewebe. Weitere menschliche Überreste wurden im Nachbarort Amangwe entdeckt.

Die drei Medizinmänner werden wegen Mordes angeklagt. Keine Strafe zu befürchten haben wohl die 300 Dorfbewohner, denn in der südafrikanischen Republik wird Kannibalismus nicht als Verbrechen verfolgt. Die Polizei hat den Verdacht, dass es sich um eine größere kriminelle Vereinigung handeln könnte, deren Mitglieder mit Menschenfleisch handeln. „Wer Familienmitglieder vermisst, soll sich dringend melden“, rief eine Polizeisprecherin die südafrikanische Bevölkerung auf. „Wir nehmen dann Proben für einen DNA-Abgleich.“

Fünf Angeklagte haben Anträge auf Entlassung auf Kaution gestellt, diese aber bei einer Gerichtsanhörung wieder zurückgezogen. Das Gericht ordnete weitere Ermittlungen bis Ende September an.

Fundstelle:
n-tv.de vom 24.08.2017
Dasen Thathiah (Twitter) vom 29.08.2017

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