Richter erschnüffelt Marihuana in den Socken des Angeklagten

Marihuana
Foto: Symbolbild

Über ein offensichtlich ganz hervorragendes Riechorgan verfügt ein Richter am Amtsgericht Hannover. Er erschnüffelte, dass der Angeklagte wohl Marihuana bei sich hatte. Gefunden wurde die Droge dann in den Socken des Mannes.

Dreist oder einfach nur dumm? Der 22-Jährige Angeklagte musste sich in der Gerichtsverhandlung wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten. Der junge Mann war im März vor dem Club Weidendamm von der Polizei mit Marihuana erwischt worden. Die 14 kleinen Päckchen waren sorgfältig in den Socken des Angeklagten versteckt gewesen. Offensichtlich war dies dem 22-Jährigen keine Lehre. Denn sogar zu seinem eigenen Prozess vor dem Amtsgericht Hannover brachte er eine kleine Menge der Droge mit.

„Haben Sie etwa Drogen dabei?“

Doch den Richter am Amtsgericht Hannover konnte er damit nicht täuschen. Nachdem Richter Koray Freudenberg den typischen Geruch von Gras erschnüffelt hatte, stellte er den Angeklagten zur Rede: „Haben Sie etwa Drogen dabei?“ Der Angeklagte Serbuhan G. verneinte.

Wegen des Vorfalls vor dem Club Weidendamm wurde der 22-Jährige sodann zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt. Doch damit nicht genug. Der Richter ließ ihn unmittelbar danach noch im Gerichtssaal von einem Polizisten durchsuchen. Die Durchsuchung nahm ein Beamte des Polizeikommissariats Nordstadt vor, der zuvor als Zeuge ausgesagt hatte und schon an der Festnahme von Serbuhan G. am Weidendamm beteiligt gewesen war. Und siehe da: In den Socken des Mannes wurde Marihuana gefunden. Ihm droht nun der nächste Prozess.

Für den 22-Jährigen ist das alles nichts Neues. Er stand bereits in sieben Verfahren wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung, Diebstahls und Drogenhandels vor Gericht. Doch mit einem so aufgeweckten Richter hatte der Angeklagte wohl nicht gerechnet. Richter Koray Freudenberg führt seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Drogenschnüffler auf seine Tätigkeit als Staatsanwalt zurück: „Dort habe ich mir Kenntnisse zu Drogen aller Art angeeignet.“ Rein dienstlich natürlich.

Konkurrenz für die Drogenspürhunde der Polizei

Bereits vor einem Jahr hatte der Richter in einer allgemeinen Verkehrskontrolle einen Polizeibeamten auf den Geruch von Marihuana aufmerksam gemacht, der aus dem Auto hinter ihm drang. Die Polizei konnte daraufhin im Auto einen Rucksack mit der Droge sicherstellen. Den Drogenspürhunden der Polizei möchte der Richter aber natürlich keine dauerhafte Konkurrenz machen.

Fundstelle:
haz.de

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  • Gisbert12843

    Whoa.. Krass.. Was wäre passiert, wenn er nen flachmann dabei gehabt hätte? Nichts.. Deutschland ist moralisch auf niedrigstem Stand was Drogenpolitik angeht..

  • Daniel

    Was hat denn ein Richter bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle zu suchen?

    • Egon

      Auch Richter können am realen Leben teilnehmen.

  • sara.n

    Und während der Richter ein Paar Gramm erschnüffelt, werden über 100 kg pro Stunde verkauft.
    J – e – d – e – n Tag!

    Millionen Deutsche interessiert dieses Verbot nicht – die sinnlose Verfolgung kostet uns trotzdem Milliarden an Steuern und tausende Stunden für Polizei und Justiz.

    Ich bin mir auch sicher, dass Herr Freudenberg Dinge zu tun hat, die diesem Land wirklich nützen. Hoffentlich darf er das bald.