Schadensersatz für misslungene Haarfärbung

Haarfärbung
Foto: Symbolbild

Das LG Köln hat entschieden, dass ein Model von ihrem Friseur Schadensersatz verlangen kann, wenn ihre Haare trotz mehrerer Nachbesserungsversuche nicht das gewünschte Farbergebnis aufweisen.

Nach zwei Beratungsterminen ließ sich die Klägerin Ende November 2015 in einem Kölner Friseursalon die Haare färben. Sie brachte überdies Haarteile mit, die in gleicher Weise gefärbt werden sollten. Jedoch blieb das gewünschte Farbergebnis „braun-gold“ aus. Stattdessen hatten die Haare einen deutlichen Rotstich. Auch zwei Rettungsversuche am gleichen sowie am Folgetag blieben ohne Erfolg. Die Klägerin verlangte nun von dem LG Köln die Feststellung, dass die beklagte Inhaberin des Friseursalons ihr sämtliche Schäden zu ersetzen habe, die ihr wegen der misslungenen Haarfärbung entstanden sind und noch entstehen werden. Ihre Haare seien nämlich durch die gesamte Prozedur dauerhaft geschädigt und auch nicht mehr fähig, eine andere Farbe aufzunehmen. Als international tätiges Model seien ihr deswegen diverse Aufträge entgangen. Durch den Zustand ihres Haares sei sie auch seelisch sehr belastet, was zu einer stressbedingten Akne geführt habe.

Das LG Köln hat der Klage stattgegeben.

Nach Auffassung des Landgerichts sind die Haare der Klägerin nach wie vor geschädigt. Das damalige Farbergebnis sei nicht wie gewünscht „braun-gold“ sondern rot und damit mangelhaft. Eine Nachbesserung sei offenkundig fehlgeschlagen. Der Klägerin sei durch die missglückte Haarfärbung ein materieller Schaden im Hinblick auf die Haarteile sowie Verdiensteinbußen bei ihrer Modeltätigkeit entstanden.

Über die Höhe einer Schadensersatzzahlung hat das LG Köln allerdings (noch) nicht entschieden: Die Klägerin hatte zunächst nur die grundsätzliche Feststellung der Ersatzpflicht beantragt. Ob und in welchem Umfang ihr tatsächlich konkret bezifferbare Schäden entstanden seien, müsse die Klägerin in einem möglichen Folgeprozess gesondert nachzuweisen.

Die Entscheidung des LG Köln ist nicht rechtskräftig.

Quellen:
Pressemitteilung des LG Köln v. 31.07.2017
Juris.de

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