Holocaust-Leugner zu jahrelangen KZ-Besuchen verurteilt

Holocaust
Foto: Symbolbild

Der ehemalige belgische Abgeordnete Laurent Louis ist wegen Leugnung des Holocausts zu mehreren Besuchen in früheren Konzentrationslagern verurteilt worden. Im Gegenzug soll eine Verurteilung aus der Vorinstanz zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und 18.000 Euro Strafe für diese Zeit ausgesetzt werden. Sein Anwalt begrüßte die Entscheidung, weil sie dem folge, was man gewollt hätte.

Im Jahr 2014 hatte Louis gesagt: „Der Holocaust ist von den Pionieren des Zionismus erfunden und finanziert worden.“ Ein belgisches Gericht verurteilte ihn 2015 zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung und 18.000 Euro Strafe. Nun wurde im Berufungsverfahren ein außergewöhnliches Urteil gesprochen: Der ehemalige Abgeordnete soll nun in fünf Jahren jedes Jahr ein anderes ehemaliges Konzentrationslager besichtigen, darunter auch Auschwitz und Dachau.

Außerdem wurde Louis auferlegt, über seine Erfahrungen dann jeweils einen Bericht anzufertigen. Diese Berichte sind zudem innerhalb eines Monats auf seiner Facebookseite zu veröffentlichen. Dafür werde die Verurteilung aus der Vorinstanz für fünf Jahre ausgesetzt. Der Schuldspruch von 2015 bleibt aufrechterhalten.

Louis bezeichnete das Urteil als „Sieg“. Sein Anwalt Sébastien Courtoy sagte der Nachrichtenagentur AFP, mit dem Urteil sei das Gericht „genau“ dem gefolgt, „was wir vorgeschlagen haben“. Sein Mandant bedauere aufrichtig seine „Entgleisungen“.

Fundstelle:
stern.de

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