Angeklagter springt im Gericht durch Fensterscheibe

Angeklagter
Foto: Symbolbild

Ein wegen Ladendiebstahls im beschleunigten Verfahren angeklagter Bewohner einer Schweinfurter Asylbewerberunterkunft ist zu einer viermonatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Weil er in einem Vorraum des Gerichtssaales Kopf voraus in eine Fensterscheibe sprang, sodass diese zu Bruch ging, erwartet ihn nun ein weiteres Verfahren wegen Sachbeschädigung.

Ausgangspunkt des angeklagten Falles war ein Diebstahl in einem Kaufhaus von Waren im Wert von etwa 80 Euro. Im Laufe der Ermittlungen stellte sich schnell ein 21-jähriger Bewohner einer Schweinfurter Asylbewerberunterkunft als Tatverdächtiger heraus. Nachdem der Beschuldigte identifiziert wurde, erfolgte die vorläufige Festnahme.

Zur Verhandlung wurde der Mann aus Algerien, der bereits in der Vergangenheit wegen unterschiedlicher Delikte in Erscheinung getreten war, am Dienstag durch Beamte der Schweinfurter Polizei zur Hauptverhandlung ins Gerichtsgebäude in der Rüfferstraße gebracht.

Dann passierte es: Im Vorraum des Gerichtssaales sprang der Tatverdächtige, der mit Handschellen gefesselt war, plötzlich und unerwartet auf. Er stieg auf eine Bank und sprang von dort aus ohne zu Zögern mit dem Kopf voraus in eine geschlossene Fensterscheibe. Obwohl diese sofort zu Bruch ging, blieb der 21-Jährige wie durch ein Wunder unverletzt und die Hauptverhandlung konnte ohne Unterbrechung stattfinden.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten nur drei Tage nach der Tat wegen Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten. Er wurde zwischenzeitlich in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Aufgrund des waghalsigen „Fenstersprungs“ läuft gegen den Mann nun allerdings bereits das nächste Ermittlungsverfahren. Die Sachbeschädigung ist in dem nun verkündeten Urteil nämlich noch nicht mit eingeflossen.

Fundstelle:
swity.de vom 28.09.2017

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