Zu viel Dampf im Dampfbad? Klage abgewiesen!

Dampfbad
Foto: Symbolbild

Das Landgericht Düsseldorf hat die Klage einer 49-jährigen Frau abgewiesen. Sie hatte sich bei einem Sturz in einer Therme verletzt und wollte vor dem Landgericht 5.000 Euro Schmerzensgeld vom Betreiber des Erholungsbades erstreiten.

Die 49-Jährige hatte die Asia-Therme in Kleinenbroich besucht. In der Dampfsauna sei sie alleine gewesen und habe einen Wasserschlauch zum Abspritzen des Interieurs benutzt. Dadurch seien dichte Dampfschwaden entstanden. Vor Gericht gab die Frau an, dass sie „die Hand vor Augen nicht mehr sehen konnte“. Im dichten Dunst habe sie sich zum Ausgang vortasten wollen, dabei aber zwei abwärts führende Stufen übersehen. Die Frau stürzte und prellte sich die Schulter. Außerdem brach sie sich bei dem Vorfall zwei Brustwirbel an. Sie war über Wochen arbeitsunfähig.

„Ein Dampfbad ohne Dampf ist kein Dampfbad“

Vor dem Landgericht erklärte sie, dass die Asia-Therme für die Folgen des Sturzes und ihren Arbeitsausfall als Pädagogin aufkommen müsse. Immerhin habe es in der Dampfsauna keinen Handlauf gegeben, an dem sie sich hätte festhalten können. Die Stufen seien zudem vermutlich nicht beleuchtet gewesen.

Der Betreiber des Dampfbades war sich vor Gericht keiner Schuld bewusst. Die Therme würde seit 35 Jahren mit 70 Mitarbeitern betrieben werden und es hätte nie Probleme gegeben. Die Vorwürfe der Frau könne er nicht nachvollziehen: „Ein Dampfbad ohne Dampf ist kein Dampfbad“.

Grundsätzlich treffen den Betreiber von Badeanstalten und Saunen nach ständiger Rechtsprechung hohe Verkehrssicherungspflichten. Die Benutzer müssen auch vor den Gefahren geschützt werden, die über das übliche Risiko der Anlagenbenutzung hinausgehen, vom Benutzer nicht vorhersehbar und nicht ohne weiteres erkennbar sind. Allerdings müssen Badegäste sich ihrerseits auf die in einem Badebetrieb typischen Gefahren einstellen. Dazu gehört beispielsweise, dass es auf nassem Fließenboden zu einer erhöhten Rutschgefahr kommen kann.

Im vorliegenden Fall konnte der Richter sich in der Verhandlung davon überzeugen, dass die Stufen der Sauna mit Mini-Scheinwerfer beleuchtet waren. Außerdem habe die Frau den verhängnisvollen Dampf selbst produziert. „Da muss man dann aber eben auch entsprechend vorsichtig sein.“ Insgesamt ging das Gericht deswegen davon aus, dass die Asia-Therme keine Verkehrssicherungspflicht verletzt habe.

Die Klage der Frau wurde abgewiesen.

Fundstelle:
rp-online.de

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