Bußgeld, weil sich Rentner kurz an Bushaltestelle ausruht

Rentner
Foto: Symbolbild

In Düsseldorf soll ein 85-jähriger Rentner 35 Euro Bußgeld bezahlen, weil er sich an einer Bushaltestelle auf einer Bank kurz ausgeruht hat. Konkret wurde dem demenzkranken älteren Herrn vorgeworfen, acht Minuten an der Friedrich-Ebert-Straße am Hauptbahnhof auf einer Bank gesessen zu haben. Das Ordnungsamt verdonnerte ihn zu einem Bußgeld, weil er die für Fahrgäste vorgesehene Bank angeblich als Ruheplatz genutzt habe. Nachdem der Bußgeldbescheid des Ordnungsamtes von einem Bekannten auf Twitter veröffentlicht wurde, entbrannte im Internet ein Shitstorm. Erst dann ruderte die Behörde zurück.

Bußgeldbescheid auf Twitter veröffentlicht

Im Bescheid heißt es wörtlich: „Sie benutzten die Anlage des ÖPNV an der vorgenannten Örtlichkeit nicht ihrer Zweckbestimmung entsprechend und nutzten diese als Ruheplatz.“

Eine Sprecherin der Stadt Düsseldorf erklärte nach dem Vorfall, dass der Ordnungs- und Servicedienst des öfteren die Haltestellenhäuschen am Bahnhof kontrolliere: „Die Häuschen sollen den Kunden und Nutzern des Nahverkehrs zur Verfügung stehen. Wenn der Mitarbeiter den Mann der Obdachlosen- oder Trinkerszene zugeordnet hat, dann ließe sich das Schreiben wohl so erklären.“

Ordnungsamt bedauert den Vorfall

Offensichtlich war der Kontrolleur nicht auf die Idee gekommen, den älteren Herrn einfach anzusprechen und zu fragen, wieso er an der Bushaltestelle sitzen würde. Der 85-Jährige leidet unter Demenz und einer Herzkrankheit. Auf der Bank hatte er sich nur wenige Minuten ausgeruht.

Inzwischen ruderte das Ordnungsamt aber zurück: „Das Verhalten des Seniors hätte unter den Aspekten Angemessenheit und der Opportunität bewertet werden müssen.“ Die Sprecherin betonte, dass der Rentner lediglich eine kurze Gegen-Stellungnahme einreichen solle. Dann würde er das Bußgeld nicht bezahlen müssen. „In der Abwägung dieser Sachverhalte hätte auf eine Ahndung verzichtet werden müssen. Eine angemessene Kommunikation hätte die Situation sicherlich bereits im Entstehen bereinigt. Wir bedauern das Vorgehen sehr.“

Fundstelle:
welt.de

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  • Ja, die Behörden sollten auch mal mit Augenmaß herangehen. Bei einem 30jährigen, der alten Leuten den Sitzplatz wegnimmt, hätte ich das verstanden. Aber ein alter, kranker Mann? Ungeheuerlich!

    • Mikel Friess

      Keine Diskriminierung wegen des Alters bitte. Weißt du ob der 30jährige gehbehindert oder sonst wie gehandicapt ist? Hat ein 30jähriger kein Recht auf einen Sitzplatz?

  • Daunti

    Die wollen jetzt noch einen Schrieb von dem haben? Was haben die genommen?

  • Bernd

    Da ist einem Beamten wohl der klitzekleine Funke Macht, den ihm der Staat anvertraut hat, zu Kopf gestiegen. Schlimm, was aus manchen Menschen wird, wenn sich auch nur die winzigstmögliche Gelegenheit zur Tyrannei ergibt.