Drogen aus der Asservatenkammer verkauft

Asservatenkammer
Foto: Symbolbild

Breaking Bad in Kiel? – Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat gegen zwei Mitarbeiter der Kieler Staatsanwaltschaft Anklage erhoben, weil sie Drogen aus der Asservatenkammer gestohlen und verkauft haben sollen. Es geht um zwanzig Fälle. Darüber hinaus wird einem der Angeschuldigten in einem weiteren Fall Unterschlagung und Bestechlichkeit im Zusammenhang mit der unberechtigten Entnahme und Weitergabe von anderen Gegenständen aus der Asservatenkammer vorgeworfen.

Es ist nicht noch nicht ganz klar, was die angeschuldigten Herren, die mit Anfang 60 kurz vor der Rente standen, auf die Idee gebracht hat, beschlagnahmte Drogen zu verkaufen. Es geht um 20 Fälle: Marihuana, Kokain und Heroin sollen mit dabei gewesen sein. Nun muss ein Gericht über die Schuld entscheiden. Beide Angeklagte sitzen wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft. Laut einem Zeitungsbericht sollen 6000 Gegenstände in der Kieler Asservartenkammer lagern.

In der Kieler Staatsanwaltschaft waren der Beamte (61) und der Angestellte (63) für die amtlich dokumentierte Verwahrung und Vernichtung beschlagnahmter Drogen zuständig. Bei einer Durchsuchung des gemeinsamen Dienstzimmers der Angeklagten war die Polizei am 22. Mai 2017 in der Außenstelle der Kieler Staatsanwaltschaft auf eine größere Menge Drogen gestoßen. Diese waren in einem Umschlag verpackt und hinter einem Aktenbock versteckt. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe übernahm die Ermittlungen, um jedem Anschein einer möglichen Befangenheit vorzubeugen.

Bei einem Schuldspruch drohen den Angeklagten für Drogenhandel bis zu 15 Jahren Haft und für gewerbsmäßige Bestechlichkeit Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren. Der Prozess wird vor dem Landgericht Kiel stattfinden. Ein Urteil wird im Januar erwartet.

Fundstellen:
deutschlandfunkkultur.de
kn-online.de
abendblatt.de

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  • Nils Miebach

    Das hat rein gar nichts mit Breaking Bad zutun ^^

  • Toller Lebensabend.