Sekt statt Champagner – Fluggast verklagt Airline

Champagner
Foto: Symbolbild

Einer kanadischen Airline droht eine Sammelklage mit über 1.500 Klägern. Der Auslöser für den Rechtsstreit scheint ein skurriles Luxusproblem zu sein: Die Fluggesellschaft servierte nur Sekt und nicht den versprochenen Champagner.

Sunwing ist eine Low-Cost Airline mit Sitz in Toronto, Kanada. In einer Werbung versprach Sunwing den Kunden einen „Champagner-Service“ auf ihren Flügen. Daniel Macduff nutze eine Sunwing-Verbindung für seinen Urlaubsflug nach Kuba im vergangenen Februar. Statt dem angepriesenen Champagner wurde ihm allerdings nur günstiger Sekt gereicht. Für Macduff Grund genug, juristisch gegen die Airline vorzugehen. Der Klage wollen sich nun rund 1.600 weitere Passagiere anschließen.

Nach einem Bericht der kanadischen Zeitung National Post verlangt der geprellte Fluggast sowohl Schadensersatz, als auch die Preisdifferenz zwischen Sekt und Champagner von Sunwing. Schließlich ist Champagner eine geschützte Bezeichnung. So dürfen nur solche Schaumweine die Bezeichnung tragen, die in der französischen Champagne nach einem bestimmten Herstellungsverfahren und aus bestimmten Rebsorten produziert werden.

Die Airline bezeichnet die Klage als kleinlich und bezeichnet die rechtliche Konfrontation als „leichtsinnig und ohne Grundlage“. Der Wortlaut auf der Webseite von Sunwing wurde zwischenzeitlich auf „Glas Sekt zur Begrüßung“ geändert.

Fundstelle:
lto.de

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  • Michael

    Eine Airline, die behauptet der Kunde wäre kleinlich und es wäre lächerlich, und das von einer Airline kommend?
    Wenn man den Namen des Passagiers bei der Buchung falsch eintippt oder das Geburtsdatum falsch eintippt, kann man das nicht einfach kostenlos ändern lassen, sondern muss immer eine richtig hohe change fee bezahlen. DAS ist kleinlich!
    Selbst wenn es nur ein Zahlendreher ist, hat der Kunde immer Pech.

    Natürlich könnte man argumentieren, dass in Nordamerika jeder immer von Champagne spricht, wenn er eigentlich Sekt meint, denn kaum einer benutzt „sparking wine“, auch wenn dies richtig wäre.

    Aber bloß, weil man es umgangsprachlich immer falsch verwendet (genau wie die Kombination „literally“ in den USA immer verwendet wird, selbst wenn nur „figuratively“ es gemeint wurde („I litereally died by watching that horror movie.“)), bedeutet das noch lange nicht, dass es richtig ist, geschweige denn bei dem Kaufvertrag falsch verwendet werden darf.

    Das wäre ja so, als wenn das Krematorium in den USA „coffin nails“ kaufen würde und stattdessen Zigaretten geliefert bekommt, bloß weil man diese umgangsprachlich so nennt.
    Ist zwar ein krasser Vergleich, aber ist so ;)
    Wobei sich das Krematorium freuen würde, wenn es zu dem Preis von Nägeln stattdessen Zigaretten bekommen würde ;)