Fast geklappt: 36 mal am Buffet essen – für 15 Euro

Ein Münchner nutze Premiumleistungen, welche die deutsche Lufthansa ihren Business-Class Kunden bietet, ohne jemals einen Flug antreten zu wollen. Ganze 36 Mal bediente er sich am Buffet.

Fluggäste der Business-Class sowie Lufthansa Statuskunden dürfen sich vor dem Abflug in der Lufthansa Business Class Lounge aufhalten. Dort biete die Airline ihren Kunden kostenlose Annehmlichkeiten wie Getränke, Buffet, Duschen und Zeitschriften.

Der Beklagte buchte ein flexibles Lufthansa Business Class one-way Ticket von München nach Zürich im Wert von 745 Euro. Tickets in flexiblen Buchungsklassen können auch nach dem Check-in noch gratis umgebucht werden. Dies nutzte der Münchner zu seinen Gunsten:

Er checkte am Münchner Flughafen mit seinem gebuchten Ticket ein und nutzte alle Annehmlichkeiten der Flughafenlounge. Dort buchte er seinen Flug auf einen anderen Tag um. Auch an diesem Tag kam er wieder um die Lounge zu nutzen sowie seinen Flug zu verschieben. Diesen Vorgang wiederholte er insgesamt 36 Mal.

Sodann stornierte er sein Business-Class Flug gänzlich – dafür entstanden Gebühren in Höhe von 15 Euro, welche der Beklagte auch bezahlte.

Als dieser erneut ein Business Class Ticket buchen wollte, wurde dieses seitens der Airline storniert. Diese forderte sodann eine Entschädigung für die Loungenutzungen mit dem vorherigen Ticket.

Da der Beklagte nicht zahlen wollte, Klagte die Lufthansa vor dem Amtsgericht München. Dort wurde er zu einer Zahlung von 55 Euro pro Loungebesuch, insgesamt also 1980 Euro an die Lufthansa verurteilt.

Begründet hat das Gericht die Entscheidung damit, dass der Beklagte der Airline gar nicht die Möglichkeit gegeben habe, ihre vertragsmäßigen Pflichten zu erfüllen. Damit habe er gegen die allgemeine Treuepflicht verstoßen.

Fundstelle:
Amtsgericht München, Urteil vom 27.02.14 – 213 C 31293/13

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12 Kommentare zu Fast geklappt: 36 mal am Buffet essen – für 15 Euro

  1. Das hatte ich neulich mal in etwas anderer Form gelesen. Jemand auf imgur hat diese Methode zum Sichdurchfuttern als Lifehack dargestellt. Also als ein mehr oder weniger ernst gemeinter Tipp, sich das Leben einfacher zu machen.

      • Hehe,
        scheint so, als würden die besten Boshaftigkeiten sich am effektivsten herumsprechen. :D Und da wirklich überhaupt keiner Fluggesellschaften mag… :D

        • Die Dunkelziffer der nicht-aufgedeckten Fälle ist sicher auch nicht zu verachten.

          Verwunderlich finde ich übrigens auch die Bewertung des Gerichtes einen Loungebesuch mit 55 Euro anzusetzen. Ich bin selbst regelmäßig in der gegenständlichen Lounge (einmal pro Ticket, nicht 36 Mal). Um dort 55 Euro zu “verbrauchen” müsste man die dortigen Angebote schon außerordentlich exzessiv nutzen!

          Gruß
          Stefan Maier

          • Sehr geehrter Herr Maier,

            mein Kompliment für Ihre Seite. Es macht viel Spaß Ihre Berichte zu lesen.

            Hochachtungsvoll
            Die rechte Hand des Inspektors
            – Lufthansa V.I.P. Lounge Service –

            P.S.: Machen Sie bitte mit Ihren Artikeln weiter und hören Sie endlich auf unser Buffet leer zu futtern!

  2. Mit etwa 45 Seiten ist “Der Sandmann” von E.T.H Hoffmann ein sehr kurzes Buch, versteckt allerdings viel Inhalt.
    Die Erzählung beginnt mit Briefen, die die Hauptrolle (Nathanael) erhält. Sie enthalten die Vorgeschichte der einzelnen Charaktere. Ab hier jedoch beginnt schon die folgende Problematik, denn immer wieder passieren skurrile, schaurige Dinge die komplett von der Realität abweichen. Es ist sehr schwer den Überblick zu behalten über das was Real und was nicht Real ist.
    Der Titel des Buches bezieht sich nicht auf den kindlichen Sandmann aus dem Fernsehn, sondern er dient als ein Symbol für einen Charakter, der abstoßend und schaurig wirken soll. Der Fokus des Buches liegt ganz klar auf dem Leben des Nathanaels, die allerdings im Buch eher unglaubhaft und skurril dargestellt wird. Ein meiner Meinung nach sehr positiver Aspekt ist diese Offenheit für Interpretation, der Autor schreibt nicht vor was genau Richtig und was Falsch ist.
    Gegen Ende hin entstehen mehrere plötzliche Handlungswechsel, so stellt sich z.B. heraus, dass eine Figur, mit der sich Nathanael beschäftigt hatte, die ganze Zeit nur eine Holzpuppe war.
    Es werden viele Symbole und Motive verwendet wobei das Motiv der Augen ausschlaggebend für das Buch ist. Diese werden für alles Mögliche benutzt und stehen im Direkten Kontakt mit Nathanael.

    Diese sich über das Buch bemerkbar machende Krankheit von Nathanael wird durch seinen Selbstmord am Ende des Buches klar deutlich. Man kann das Buch als eine Art psychologischen Bericht dieser Krankheit interpretieren.

    Ich gebe dem Buch 3/5 Sternen, die positiven Aspekte sind, dass eine große Interpretationsfreiheit vorhanden ist, viel Handlung abläuft und es nur wenige “langatmige” Stellen gibt und die Erzählung sehr kurz ist. Negativ finde ich die meist schwer zu lesende Satzbautechnik und die vielen Verständnisfragen, die überall im Buch auftreten.

    Ich würde außerdem dem Buch eine Altersbeschränkung von 12-14 Jahren geben, da die Lektüre an manchen Stellen zur Horrorerzählung wird.

    J.A. DGK B.

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