C+M+B sind keine Gaunerzinken

C+M+B
Foto: Symbolbild

Am Freitagvormittag informierte ein älterer Herr die Polizei über eine verdächtige Feststellung an seinem Wohnhaus an der Prinz-Eugen-Straße in Münster. Er hatte “komische Zeichen” an der Hauswand entdeckt und sie als sogenannte Gaunerzinken identifiziert.

Gaunerzinken an Häusern und Mauern waren früher unter Ganoven üblich. Die mit wenigen Strichen oder Kerben aufgebrachten Zeichen informierten zum Beispiel Einbrecher darüber, wo wertvolles Diebesgut zu erwarten war oder ein bissiger Hund das Anwesen schützt.

Die Überprüfung der heute gemeldeten “Gaunerzinken” vor Ort brachte schnell Klarheit: “C+M+B” eingerahmt durch die Jahreszahl war klar und deutlich zu erkennen. Verursacher dieses Segensgrußes (Christus mansionem benedicat) waren Caspar, Melchior und Balthasar, als Heilige Drei Könige gewandete Sternsinger. Bei der jährlichen Haussammlung hinterlassen die Sternsinger auf Wunsch ihren Segensgruß an den Hauseingängen.

Die Beamten klärten über die Verwechselung auf und bedankten sich für den engagierten Hinweis. Es ist immer richtig und wichtig, die Polizei über Verdächtiges oder Auffälliges zu informieren. Dazu zählen auch vermeintliche Gaunerzinken, auf die rund 40 Anrufer jährlich hinweisen. Ein Zusammenhang der Zeichen mit Straftaten konnte allerdings bislang in keinem Fall hergestellt werden.

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