Bei „Monopoly“ betrogen – Mann ruft Polizei

Monopoly
Foto: Symbolbild

Ein 24-jähriger Schausteller-Gehilfe musste sich vor Gericht verantworten, weil er sich beim Polizei-Notruf meldete und angab, er sei von seinen Mitspielern bei „Monopoly beschissen“ worden. Der mehrfach vorbestrafte Mann schrammte knapp an einer Freiheitsstrafe vorbei, er kann also nochmal über Los gehen, ohne direkt ins Gefängnis zu müssen.

Es war eine Nacht im Juli 2017, als der junge Mann sich mit Gleichgesinnten zum Monopoly verabredete. Ein geselliger Spieleabend – doch dann passiert es: Zwei Mitspielerinnen stecken sich hin und wieder Geld zu, um sich so gegenseitig zu helfen. Das treibt den 24-Jährigen zur Weißglut: Er meldet sich beim Polizeinotruf und gibt an, dass er beim Spiel „beschissen“ worden sei.

Der verärgerte Anrufer nennt noch seinen korrekten Nachnamen, als ihm aber dann doch klar wird, dass die Sache Konsequenzen haben könnte, ergänzt er diesen um einen falschen Vornamen. Doch bereits über die Handynummer können die Beamten den Anrufer ermitteln und ein Strafverfahren wegen des Missbrauchs von Notrufen (§ 145 StGB) einleiten. Der Kitzinger Strafrichter Peter Weiß spricht von einer „unsinnigen Aktion“ in seiner Urteilsbegründung.

Zwar fiel das Urteil mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 45 Euro, insgesamt 3600 Euro, nicht gerade gering für den Angeklagten aus. Allerdings stand auch eine Freiheitsstrafe im Raum: Zum Zeitpunkt des Anrufs steht der Angeklagte unter zweifacher Bewährung. Insgesamt hat der gebürtige Würzburger zehn Vorstrafen, verbrachte einiges an Zeit im Gefängnis. Zuletzt verpasste er auf der Würzburger Juliuspromenade einem Kontrahenten einen Faustschlag ins Gesicht und fing sich dafür eine fünfmonatige Haftstrafe auf Bewährung ein.

Die Staatsanwaltschaft beantragte für den falschen Notruf eine Freiheitsstrafe von vier Monaten ohne Bewährung. Der Verteidiger plädierte auf eine moderatere Geldstrafe von 50 Tagessätzen – mit dem Hinweis, dass sein Mandant durch eine starke Medienberichterstattung bereits „eine Art von Strafe“ erhalten habe. Das Gericht wählte mit der hohen Geldstrafe den Mittelweg.

Fundstelle:
infranken.de

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