Mount Everest: Besteigungsverbot für Blinde und Amputierte?

Mount Everest
Foto: Symbolbild

Mit einer Höhe von 8.848 m ist der Mount Everest der höchste Berg der Erde. Seit 1856 ist er nach dem britischen Landvermesser George Everest benannt. Er befindet sich im Mahalangur Himal in der Region Khumbu in Nepal an der Grenze zu China.

Im Jahr 2017 hatte Nepals Tourismusministerium die Regeln für die Besteigung des Mount Everest geändert, um die Zahl der Unfälle zu reduzieren. Blinden und doppelt amputierten Menschen soll die Besteigung nun verwehrt sein. Ebenso verboten sind Solo-Touren. Eine Altersgrenze von 76 Jahren wurde diskutiert aber letztendlich wieder verworfen.

Gegen dieses Dekret der Regierung wehrten sich sowohl Bergsteiger als auch Menschenrechtsaktivisten. Einer von ihnen ist Budha Magar, ein Veteran der britischen Gurkha-Einheit. Er hatte geplant, als erster doppelt Amputierter im Jahr 2018 den Gipfel zu erklimmen. Der Veteran nannte die Regeln für die Besteigung diskriminierend und zog dagegen vor Gericht.

Wenige Wochen vor Beginn der Klettersaison am Mount Everest hat Nepals höchstes Gericht daraufhin das Besteigungsverbot für blinde und doppelt amputierte Alpinisten vorläufig im Rahmen einer einstweiligen Verfügung gestoppt. Menschen den Zutritt zum weltweit höchsten Berg zu verwehren, verstoße grundsätzlich gegen den Geist der nepalesischen Verfassung, teilte das Gericht mit. 15 Tage hat Nepals Tourismusministerium nun Zeit, um dem Gericht gewichtige Gründe für das Besteigungsverbot mitzuteilen.

248 Todesfälle am Mount Everest

Hunderte Bergsteiger versuchen jedes Jahr während der Saison zwischen April und Mai, den Mount Everest zu ersteigen. In den beiden Monaten sind die Wetterbedingungen dafür am günstigsten. Die Kosten für eine Besteigung betragen zwischen 13.000 und 65.000 US-Dollar. Seit den 1980er Jahren ist eine regelrechte Everest-Euphorie ausgebrochen. Kritiker nennen den Berg inzwischen den „Ballermann für Bergsteiger“.

Edmund Hillary und Tenzing Norgay gelang am 29. Mai 1953 die Erstbesteigung. Am 8. Mai 1978 bestiegen Reinhold Messner und Peter Habeler den Gipfel erstmals ohne zusätzlichen Sauerstoff. Im Jahr 2001 erklomm der US-Alpinist Erik Weihenmayer als erster Blinder den Mount Everest. Insgesamt versuchten sich bisher 29 Bergsteiger mit einer körperlichen Behinderung an der Besteigung des Mount Everest, 15 von ihnen schafften es. Zwei kamen auf dem Berg ums Leben.

Die Statistik listet bis Ende 2006 insgesamt über 14.000 Besteigungsversuche, von denen aber nur 3057 erfolgreich waren. Bis 2013 starben am Everest 248 Menschen. Häufige Todesursachen sind Abstürze, Erfrierung, Erschöpfung, Höhenkrankheit und Lawinen.

Fundstelle:
spiegel.de

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2 Kommentare zu Mount Everest: Besteigungsverbot für Blinde und Amputierte?

  1. Also ich weiß nicht warum die so ein Gedöns drum machen. Jedem der da hoch krabbelt muss klar sein das er dort sterben kann und das keiner kommt um ihn zu retten. Da ist ein toter Bergsteiger doch fast eine Win-Win Situation.

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