Drogenstudie: Schneller als die Polizei erlaubt!

Drogen
Foto: Symbolbild

Was wird wohl schneller geliefert? Eine leckere Pizza vom Italiener ums Eck oder eine Dosis Kokain vom Dealer Ihres Vertrauens? Die „Global Drug Survey“ liefert erstaunliche Ergebnisse: 30 Prozent der Befragten gaben an, ihr Koks sei innerhalb von 30 Minuten da. Na dann, guten Appetit!

Die Global Drug Survey befragt jährlich etwa 130.000 Teilnehmern in 44 Ländern zu ihrem Drogenkonsum. Unter ihnen auch rund 15.000 Kokainkonsumenten. Die Forscher wollten wissen, in welcher Zeit die Konsumenten normalerweise Pizza und Kokain nach Hause geliefert bekämen. 30 Prozent der Befragten antworteten, dass ihr Koks innerhalb von einer halben Stunde bei ihnen ankomme. Bei Pizzen klappte das ziemlich genau halb so oft, nämlich in nur 17 Prozent der Fälle.

Pizza, Pasta, Kokain?

Selbstverständlich wurde dieses Ergebnis auch nach Ländern aufgeschlüsselt: Besonders viele schnelle Kokslieferanten arbeiten in Brasilien, gefolgt von den Niederlanden und Dänemark. In Deutschland sind entweder die Kokain-Dealer faul oder die Pizzaboten besonders fleißig. Die BRD landete im Ranking auf dem 13. Platz. Nur 22% gaben an, eine Drogenlieferung in unter 30 Minuten sei normal. Die schnellsten Drogenliferanten Deutschlands kommen aus Berlin (25,6 %), Hamburg (22,2 %) und Nordrhein-Westfalen (14 %). Der Pizzalieferant Deliveroo behauptet: “Die durchschnittliche Lieferzeit ist 32 Minuten”. Eine aussagekräftige Studie können die Pizzaboten diesbezüglich aber nicht vorlegen.

Wie kommt das Koks aufs Klo?

Das Berliner Ergebnis deckt sich mit den Erkenntnissen aus anderen Studien: Berlin gilt als internationale Party-Hauptstadt. Eine Studie der Gesundheitssenatorin aus dem Jahr 2018 ergab, dass 50% der Berliner Partygänger Amphetamine konsumieren. Aber auch die im Bundestag gefundenen Drogen-Überreste beschäftigen seit Jahren Politik und Medien. Im Jahr 2000 rätselte man: „Wie kommt Koks aufs Klo?“. SAT 1 hatte in seiner Sendung „Akte 2000“ berichtet, dass man 28 Toiletten im Bundestag auf Drogenrückstände überprüft habe. In 22 Toiletten wurde man fündig. Laut Hausverwaltung werden die Reichstagstoiletten 1-2 mal am Tag gründlich gereinigt. Die damalige Drogenbeauftragte der Bundesregierung nannte die Aktion unseriös.

Pizza deutlich billiger!

Aber zurück zur Global Drug Survey: Diese verglich selbstverständlich auch die Preise, die man als ehrlicher Drogenkonsument auf dem freien Markt bezahlen muss. Dabei wird schnell klar, dass Pizza eventuell eine längere Lieferzeit hat, dafür aber deutlich billiger ist und außerdem satt macht. In Deutschland kostet ein Gramm Kokain der Umfrage zufolge durchschnittlich 75 Euro – ein Platz im Mittelfeld. Am wenigsten zahlt man in Südamerika (5 Euro in Kolumbien), am meisten in Neuseeland (212 Euro).

Und ein weiterer Vorteil der Pizza offenbart sich: diese ist zwar lecker und macht unter Umständen etwas pummelige, dafür aber nicht süchtig im Sinne einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit. Die Hälfte aller Befragten gab an, in den vergangenen zwölf Monaten zwischen zwei und zehn Mal gekokst zu haben. 23 % hatten zwischen zehn und 50 Kokain-Tage im Jahr zu verbuchen. Außerdem ist Pizza zum Glück nicht tödlich. Der Drogenbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2016 hat ergeben, dass die Anzahl der Kokain-Toten stark gestiegen sei. 1.333 Menschen kamen durch eine Überdosis ums Leben, neun Prozent mehr als im Vorjahr. Dass weltweit jeder Dritte übergewichtig ist und vier Millionen Menschen jährlich an Übergewicht sterben, wird an dieser Stelle geflissentlich ignoriert. Ein Stück Pizza hat noch niemandem geschadet!

Darknet in Deutschland auch bei Koks „Neuland“

Lieferando, Pizza.de und hallopizza haben inzwischen das Internet für sich entdeckt. So lassen sich Pizza und Pasta ganz einfach online bestellen. Das ist vor allem dann geschickt, wenn man nebenher noch auf den Drogenlieferanten seines Vertrauens wartet. Aber auch die Dealer haben laut Global Drug Survey in den letzten fünf Jahren das WWW für sich entdeckt. In Finnland – Spitzenreiter in diesem Bereich – gaben 46 % der Befragten an, in den vergangenen zwölf Monaten Drogen im Darknet gekauft zu haben, gefolgt von Norwegen (30 %) England und Schweden (je 25 %) und den USA (18 %). Für die Deutschen ist das Internet immer noch Neuland. Nur 7% der Konsumenten bestellten hier ihre Drogen im Darknet. Kein Wunder, wenn der Breitbandausbau weiterhin so schleichend vorankommt.

Zusammenfassend lässt sich feststellen: Die Pizza-Lieferdienste dieser Welt sollten Nachhilfeunterricht nehmen. Bei Koksdealern. Eventuell klappt es dann endlich mit meiner geliebten Pizza Vegetale in unter 30 Minuten. Was die Forscher bei ihrem schlauen Vergleich aber eventuell übersehen haben: Pizza muss vorher gebacken werden, Kokain nicht.

Fundstellen:
globaldrugsurvey.com
jetzt.de

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1 Kommentar zu Drogenstudie: Schneller als die Polizei erlaubt!

  1. Von wegen: Pizza IST tödlich – es kommt wie bei Kokain auf die Menge an. Allerdings liegt die Anzahl der Pizzatoten erheblich niedriger als die der Kokaintoten.

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