Frau muss Barthaare mittels Laser auf eigene Kosten entfernen

Frau
Foto: Symbolbild

Das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz hat entschieden, dass Frauen gegen ihre gesetzliche Krankenkasse keinen Anspruch auf Übernahme der Kosten für die Entfernung von Barthaaren mittels einer Laserbehandlung haben.

Geklagt hatte ein Frau, die unter „Hirsutismus“ leidet. Als Hirsutismus (lat. hirsutus „haarig“) wird eine vermehrte androgenabhängige Behaarung (z.B. Bartwuchs oder Brustbehaarung) bei Frauen bezeichnet. Studien ergaben, dass etwa 5−10 % aller Frauen hiervon betroffen sind. Die Krankheit führt häufig zu starken psychischen Problemen. Die Grenze zwischen Normalzustand und Hirsutismus ist allerdings fließend und abhängig vom genetischen Hintergrund. Zur Bestimmung des offiziell anerkannten Krankheitsbildes wird der Ferriman-Gallwey-Index herangezogen, der für 9 Körperregionen die Verteilung der Terminalhaare anhand einer Skala von 0 bis 4 beschreibt.

Elektrokoagulation statt Laser-Epilation

Die 1982 geborene Klägerin beantragte bei ihrer Krankenkasse die Übernahme der Kosten für eine Haarentfernung durch Laser-Epilation. Zuvor hatte eine Gynäkologin der Frau auf Grund ihres Bartwuchses einen erhöhten Leidensdruck bescheinigt. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) hielt eine Haarentfernung für medizinisch gerechtfertigt, verwies aber darauf, dass die Laserbehandlung keine anerkannte Behandlungsmethode sei. Alternativ könne eine Haarentfernung über Elektrokoagulation erfolgen. Dabei wird Gewebe durch Hochfrequenzströme zerstört. Das Verfahren wird unter anderem bei der Warzen-Therapie eingesetzt. Die Krankenkasse lehnte den Antrag der Frau auf eine Laser-Epilation im Wert von etwa 200 € deswegen ab.

Hiergegen zog die Frau vor das Landesozialgericht und hatte keinen Erfolg. Das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz entschied, dass es sich bei der von der Klägerin begehrten Behandlung um eine “neue” Behandlungsmethode handele, die von der gesetzlichen Krankenversicherung grundsätzlich nur dann zu gewähren sei, wenn eine positive Stellungnahme des Gemeinsamen Bundesausschusses vorliege, was hinsichtlich der Laser-Epilation nicht der Fall sei. Ein Ausnahmefall – wie er beispielsweise bei lebensgefährlichen Erkrankungen angenommen werde – läge hier nicht vor (LSG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 18.02.2016, Az. L 5 KR 226/15).

Zu einer der bekanntesten Frauen mit Hirsutismus gehörte beispielsweise die mexikanische Malerin Frida Kahlo (1907–1954), die unter anderem für ihre Selbstbildnisse berühmt wurde. Sie malte ihre leichte Oberlippenbehaarung und die zusammengewachsenen, buschigen Augenbrauen einfach mit.

Fundstelle:
landesrecht.rlp.de (Urteil im Volltext)

Video zum Artikel
In Zusammenarbeit mit wbs-law.tv präsentieren wir diesen Artikel als Video:

Schlagworte:
, , , , , , , ,

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*