Kein Anspruch auf Rossdorf statt Roßdorf im Reisepass

Reisepass
Foto: Symbolbild

In einem verwaltungsgerichtlichen Verfahren wollte ein Roßdorfer die Passbehörde dazu verpflichtet wissen, ihm einen Reisepass auszustellen, in dem Roßdorf mit Doppel-S geschrieben wird. Der Mann stützte sein Begehren auf Einreiseprobleme in den 70ern nach Pakistan. Nachdem die Behörde zuerst mitspielte, verweigerte sie bei der Verlängerung die Ausstellung mit Doppel-S.

In den 70er Jahren wollte der Roßdorfer nach Pakistan einreisen, bekam dort aber Probleme. Der Vorwurf: Urkundenfälschung. “RoBdorf” sei kein Wohnort. Das scharfe S wurde als B interpretiert.

Im Jahre 1976 wollte der Roßdorfer die Grenze von Afghanistan nach Pakistan überqueren. Die Grenzsoldaten wurden nach einem Blick in den Reisepass wegen des Ortsnamens stutzig: “ROßDORF” wurde als “RoBdorf” gelesen. Das sei kein Name eines Wohnortes. Gegen den Reisenden wurde wegen Urkundenfälschung ermittelt.

Um solche Probleme bei künftigen Reisen zu umgehen, bat der Kläger die Passbehörde bei Verlängerung des Reisepasses um Ausstellung des Ortsnamens mit Doppel-S. Der Landkreis Darmstadt-Dieburg kam dem Wunsch auch bis 2012 nach – danach verweigerte man eine Ausstellung mit Doppel-S. Der Kläger argumentiert, dass er durch diese Form der Ausstellung in seiner Reisefreiheit eingeschränkt werde, da sich ein solcher Vorfall wie in den 70ern wiederholen könnte.

Nachdem das Gericht darauf hinwies, dass die Schutzpflicht des Staates unter anderem darin bestehe, auf einheitliche Pässe zu achten und die Klage daher wohl keinen Erfolg haben wird, nahm der Mann seine Klage zurück.

Fundstelle:
lto.de

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