Ein Baum, der sein eigener Herr ist?!

Baum
Foto: Symbolbild

Im amerikanischen Bundesstaat Georgia stand mehrere Jahrhunderte lang ein Baum, der als „The Tree That Owns Itself“ bekannt war. Die prächtige amerikanische Weiß-Eiche soll zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert in der Stadt Athens gepflanzt worden sein. Legenden zufolge soll der Baum nicht nur sich selbst gehören, sondern er soll auch Eigentümer des Landes im Umkreis von 2,4 m rund um seinen eigenen Stamm sein.

Seinen Ursprung hat die Geschichte in einem Artikel, der am 12. August 1890 in einer Ausgabe der lokalen Zeitung „Athens Weekly“ veröffentlich wurde. Unter dem Titel „Deeded to Itself“ wird von einer Eiche berichtet, die angeblich sich selbst gehört. Dem Inhalt des Artikels zufolge befand sich der Baum auf dem Grundstück eines William Henry Jackson. Dieser Mann habe in seiner Kindheit glücklich unter der breiten Baumkrone gespielt und wegen seiner schönen Kindheitserinnerungen dem Baum das Eigentum an sich selbst und den ihn umgebenden Landflecken vermacht. Diese „Schenkung“ soll zwischen 1820 und 1832 stattgefunden haben.

Unklar ist, ob die Geschichte des „Tree That Owns Itself“ erst mit diesem Zeitungsartikel 1890 begann oder schon vorher als lokale Sage kursierte. Es ist weder endgültig geklärt, ob die Schenkung rechtlich Bestand hat, noch ob diese überhaupt so wie beschrieben stattgefunden hat. Der Autor des Athens Weekly Artikels ist bis heute anonym geblieben. Ebenfalls nicht sicher geklärt ist, ob William Henry Jackson überhaupt Eigentümer des Grundstücks war, auf dem der Baum gestanden hat oder ob ihm nur das Grundstück daneben gehört hat. Jackson und seine Frau Mildred verkauften ihr Grundstück jedenfalls 1832 ohne dass der Baum erwähnt wurde. Recherchen ergaben außerdem, dass William Henry Jackson seine Kindheit nicht in Athens, sondern in Jefferson County verbracht hat.

Son Of The Tree That Owns Itself

Um 1906 litt “The Tree That Owns Itself“ unter Bodenerosion an der Stammbasis. Der New Yorker Investment-Banker George Foster Peabody spendete Geld, damit der Baum neue Erde, eine Gedenktafel und eine Absperrung mit Ketten bekam. 1907 wurde der Baum während eines Eissturms schwer beschädigt. Am 9. Oktober 1942 fiel er endgültig.

Die Bewohner von Athens hatten daraufhin die Idee, den Baum durch einen „Sohn“ zu ersetzen. Vier Jahre später wurde ein etwa 1,5 Meter hohes Exemplar ausgewählt, das aus einer Eichel des ursprünglichen “Tree That Owns Itself” gezogen worden war. Unter der Leitung des College of Agriculture und des „Garden Clubs“ wurde der Baum als offizieller Nachfolger und Erbe der ursprünglichen Eich gepflanzt.

Obwohl die Geschichte um den Baum wohl mehr Fiktion als Wahrheit darstellt, ist der “Son of The Tree That Owns Itself” eine der größten Touristenattraktionen von Athens geworden. Am Standort des Baumes gibt es zwei Steintafeln, die an seine Geschichte erinnern. Obwohl das Eigentum rechtlich nicht anerkannt wird, hält sich die Stadt Athens daran. Die Stadt hat sich insbesondere dazu verpflichtet den Baum als „public tree“ zu pflegen und zu erhalten. Wer einen eigenen Wikipedia-Artikel vorweisen kann, wird schließlich nicht gefällt, oder?

Fundstelle:
wikipedia.org

Schlagworte:
, , , , , , , , ,

1 Kommentar zu Ein Baum, der sein eigener Herr ist?!

  1. “Jackson und seine Frau Mildred verkauften ihr Grundstück jedenfalls 1832 ohne dass der Baum erwähnt wurde.” – Wieso sollte er auch? Er hat dem Baum das Flecken Land schließlich als dessen eigenes Eigentum vermacht, ab diesem Moment gehörten es und der Baum nicht mehr zum Grundstück, durfte er ihn gar nicht mehr verkaufen, ergo: Hatte auf der Verkaufsurkunde auch nichts mehr zu suchen. :D

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*