Sauerlandbier als Kölsch verkauft: Bewährungsstrafe!

Kölsch
Foto: Symbolbild

Zwei Brüder sollen jahrelang ein im Sauerland gebrautes Bier in Fässer bekannter Kölsch-Brauereien gefüllt und an Gastronomen verkauft haben. Dafür verurteilte sie das Amtsgericht Köln nun zu Bewährungsstrafen.

Zwischen 2010 und 2015 hatten die beiden 45 und 37 Jahre alten Brüder ein in ihrem Auftrag gebrautes obergäriges Bier in Fässer großer Kölner Traditionsbrauereien füllen lassen. Die beiden Getränkehändler überklebten die Originaletiketten auf den leeren Fässern dafür und entfernten die Folien nach dem Befüllen wieder. Das so hergestellte, vermeintliche Kölsch verkauften sie dann deutlich unter Marktpreis an Gaststätten, Restaurants und Hotels. Das Amtsgericht stellte fest, dass die beiden Brüder für das „Falschbier“ immer noch etwa das Dreifache des Einkaufspreises erhielten und so ordentliche Gewinne erzielten.

Etikettenschwindel von Gast aufgedeckt

Den Etikettenschwindel deckte ein Kölner Hotelbetreiber auf, nachdem sich ein Gast 2015 über den schlechten Geschmack des “Kölsch” beschwert hatte: „Ich bin leidenschaftlicher Kölsch-Trinker. Das Bier, was Sie anbieten schmeckt nicht und ist kein Kölsch”. Der Hotelier benachrichtigte die Brauerei, die daraufhin feststellte, dass sich in den Fässern des Hotels kein von ihr gebrautes Kölsch befand. Bei einer Durchsuchung wurden daraufhin mehr als 500 Originalfässer der Marken Sion, Gaffel, Dom, Reissdorf, Gilden und Früh sichergestellt.

Das Gericht verurteilte die beiden Brüder wegen Kennzeichenverletzung nach § 143 Markengesetz (MarkG). Den 45-Jährige zu 14 Monaten Freiheitsstrafe; sein jüngerer Bruder bekam zwölf Monate. beide Freiheitsstafen wurden zur Bewährung ausgesetz.

Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahre möglich

§ 143 MarkG stellt das Benutzen von Kennzeichen iSd. § 14 MarkG unter Strafe. Der Strafrahmen beträgt Freiheitsstrafe bis zu drei Jahre oder Geldstrafe. Handelt der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten verbunden hat, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren. Gegenstände, auf die sich die Straftat bezieht, können eingezogen werden. Ob das Gericht beim „Falschbier“ von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht hat, ist nicht bekannt.

Fundstelle:
aachener-zeitung.de

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