Traumatisierte Content-Moderatorin verklagt Facebook

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Foto: Symbolbild

Eine ehemalige Angestellte des Facebook-Konzerns hat ihren Arbeitgeber verklagt. Die Content-Moderatorin behauptet, die Inhalte, die sie während ihrer Arbeit bei Facebook gesehen und verwaltet habe, hätten sie krank gemacht.

Selena Scola war insgesamt neun Monate in der Facebook-Zentrale in Menlo Park (Kalifornien) tätig. Zu ihren Aufgaben gehörte es, die Inhalte auf Facebook bezüglich verbotenem Content zu überprüfen. Hassreden, Gewalt, Nacktheit, Drogen und Co. sind auf Facebook offiziell untersagt. Wer trotzdem solche Inhalte postet, muss damit rechnen, dass sie entfernt werden.

Posttraumatische Belastungsstörung

Frau Scola behauptet nun, die Arbeit hätte bei ihr zu einer posttraumatischen Belastungsstörung geführt, weil sie  täglich mit extrem verstörendem Bildmaterial konfrontiert worden sei. Sie habe Videos, Bilder und Livestreams von sexuellem Missbrauch an Kindern, Vergewaltigung, Folter, Bestialität, Enthauptungen, Suizid und Mord überprüfen müssen. Sie erlebe inzwischen Panikattacken, sobald sie eine Computermaus berühre, ein kaltes Gebäude betrete, Gewaltdarstellungen im Fernsehen sehe, laute Geräusche höre oder erschreckt werde. Ihre Symptome würden auch dann ausgelöst, wenn sie sich an die drastischen Bilder nur erinnere. Facebook hätte sie damit alleine gelassen.

Ihr Anwalt führte aus, dass Facebook dadurch seine arbeitsrechtliche Pflicht, einen sicheren Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen, verletzt habe. Stattdessen würde Facebook tatenlos dabei zusehen, wie Mitarbeiter von dem traumatisiert werden, was sie während ihrer Arbeit beobachten müssten.

Ein Sprecher des sozialen Netzwerkes erwiderte gegenüber der Presse: “Wir nehmen die Unterstützung unserer Content-Moderatoren sehr ernst. Wir sorgen dafür, dass jeder Angestellte, der die Inhalte auf Facebook überprüft, psychologische Hilfe angeboten bekommt.“

Psychologische Hilfe erforderlich

In ihrer Klage fordert die ehemalige Angestellte, dass Facebook einen unabhängigen, überwachten Fonds zur Verfügung stellt, der Moderatoren auf psychische Traumata untersucht und gegebenenfalls auch die Behandlung bezahlt. Das Gericht soll nach dem Willen von Scolas Anwälten zulassen, dass der Fall Grundlage einer Sammelklage wird. Dann könnten sich weitere Mitarbeiter von Facebook in Kalifornien anschließen.

Facebook nutzt zwar nach eigenen Angaben einen intelligenten Algorithmus, um verbotenen Content herauszufiltern. Das Programm sei aber noch nicht weitentwickelt genug, um menschliche Arbeitskräfte zu ersetzen. Deswegen will Facebook bis Ende des Jahres insgesamt 7.500 Content-Moderatoren beschäftigen. Tendenz steigend. Denn auch die rechtlichen Anforderungen an Inhalte im Internet und deren Löschung werden immer strenger. Schätzungen zufolge verdienen weltweit inzwischen mehr als 150.000 Menschen ihr Geld mit der Moderation nutzergenerierter Inhalte.

Fundstelle:
foxnews.com

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