Harry Potter-Vorlesung für Jurastudenten

Harry Potter
Foto: Symbolbild

Die erste Harry-Potter-Generation ist mittlerweile erwachsen geworden. Und der Traum aller Fans, von denen inzwischen viele studieren, wird endlich wahr. Zumindest an einer indischen Universität für Rechtswissenschaften in der Stadt Kolkata. Denn dort bietet ein Assistenz-Professor eine Jura-Vorlesung mit Harry Potter-Inhalten an. Accio Prädikatsexamen!

Ab Dezember bietet der Juniorprofessor eine Veranstaltung an, in der die Studenten darüber diskutieren, ob Zaubersprüche, Flüche und Standesregeln für Hauselfen rechtmäßig sind. Der offizielle Titel der Vorlesung lautet: „Fiktionale Fantasy-Literatur und Recht.“ Ziel der Vorlesung soll sein, die Studenten zum Querdenken anzuregen. Neben dem Seminar werden an der Universität noch weitere 50 herkömmliche Jura-Vorlesungen angeboten. Allerdings ohne magische Inhalte.

Intellektuelle Flexibilität dank Harry Potter

Normalerweise schlagen sich Jura-Studenten an der Uni mit Fallstudien und Gesetzbüchern herum. „Fiktionale Fantasy-Literatur und Recht“ soll hingegen die „intellektuelle Flexibilität” der Studierenden fördern. Der Dozent Shouvik Kumar Guha will in seinem Seminar deswegen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der fiktiven Buchreihe und Indiens juristischer Realität diskutieren. Das Angebot umfasst Themen wie „Unauflösbare Gelübde“ und „Kräfte des Guten oder Diener des Bösen“. Im Gegensatz zu deutschen Jurastudenten muss Indiens Jura-Elite bisher hauptsächlich Gesetze auswendiglernen. So wird zumindest der Assistenz-Professor zitiert. Dabei bliebe oft fraglich, ob es den Juristen nach dem Studium überhaupt möglich sei, das Gelernte auf unerwartete Situationen im Arbeitsalltag anzuwenden.

Shouvik Kumar Guha will seine Studenten anhand von Themen wie „Bürokratie des Zauberministeriums“ oder „Sportrecht in Hogwarts“ dazu bringen, „aus ihrer Komfortzone zu kommen“. Voraussetzung für eine Teilnahme an der Vorlesung sei, dass man alle Harry Potter Romane mindestens zweimal gelesen habe. Von solchen Studenten scheint es in Kolkata mehr als genug zu geben: Die maximale Anzahl von 40 Teilnehmern hat der Kurs längst erreicht. Wie schade, dass der Vergrößerungszauber „Engorgio!“ nur auf lebende Organismen anwendbar ist und nicht auf Hörsäle!

Ganz neu ist die Idee allerdings nicht. Schon im Jahr 2012 bot ein Dozent an der Jindal Law School bei Neu-Delhi einen freiwilligen Jura-Zusatzkurs an, der auf dem magischen Geschehen in einem der Harry Potter Bücher basierte. Und auch die Sportart „Quidditch“ wird inzwischen an vielen Universitäten als Sportveranstaltung angeboten. Vor allem in den USA und in England. Aber beispielsweise auch in Mannheim, Köln und Tübingen.

Fundstelle:
theguardian.com
lessentiel.lu

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