Netflix einigt sich mit Satanisten im Streit um Serie „Sabrina“

Netflix
Foto: Symbolbild

Das Netflix Remake „The Chilling Adventures Of Sabrina“ sorgt seit seiner Erstausstrahlung im Oktober 2018 gleich mehrfach für Schlagzeilen. Fans der alten Fernsehserie „Sabrina – Total Verhext!“, die in den 90ern vor allem Mädchen weltweit verzauberte, sind entsetzt, wie düster die neue Version der Serie ausfällt. Beide Serien basieren auf der gleichnamigen Comicbuchreihe des Comicbuchverlags “Archie Comics”. Zu allem Überfluss wurde Serienmacher Netflix jetzt auch noch von Satanisten verklagt.

Der amerikanischen Satanisten-Anführer Lucien Greaves (bürgerlich: Dougklas Misicko) sieht in den Abbildungen des Teufels in der Serie ein Plagiat. Die Baphomet-Statue (ein Mann mit Ziegenkopf und Engelsflügeln), dem die Hexe Sabrina in der Serie begegnet, soll eins zu eins kopiert worden sein – das Vorbild stammt aus Greaves Sekte “The Satanic Temple”, die 2013 in den USA gegründet wurde. Der Sektenführer hatte zunächst via Twitter rechtliche Schritte angekündigt und diese dann auch in die Tat umgesetzt. Er verlangte von Netflix Schadensersatz in Höhe von 50 Millionen Dollar für die unberechtigte Verwendung der Baphomet-Statue. Die Ähnlichkeit zwischen den beiden Abbildungen ist tatsächlich verblüffend, was zumindest nahelegt, dass die Macher von Sabrina sich davon haben inspirieren lassen.

Plagiat des Teufels?

Bevor es zum Eklat kam, einigte sich der Streamingdienst jedoch mit Greaves außerhalb des Gerichtssaals. Wie viel Geld hierfür geflossen ist, weiß man nicht. Die Sekte soll jedoch im Abspann als Urheber genannt werden.

Auch die “Church of Satan” hat inzwischen auf ihrer Website ein offizielles Statement zum Rechtsstreit rund um “Sabrina” veröffentlicht. Darin stellt die „Kirche Satans“ klar, dass die Sekte “The Satanic Temple” nichts mit ihnen zu tun hat. Es handele sich dabei um eine Aktivistengruppe, die nicht mit dem Satanismus gleichzusetzen sei, den die “Church of Satan” seit über 50 Jahren lehrt. Die “Church of Satan” repräsentiere vielmehr jenen Satanismus, der 1968 durch LaVeys „Satanic Bible“ kodifiziert wurde. Zwar verwendet auch die „Kirche Satans“ ein Abbild von “Baphomet” in ihrem Logo, an der Abbildung würde man jedoch keine Rechte halten.

Mit dem Namen “Baphomet” wurde in südfranzösischen Protokollen des Templerprozesses ein angeblich von den Tempelrittern verehrtes Symbol bezeichnet, das einen bärtigen Mann mit Teufelshörnern und Flügeln zeigt. Der Ursprung des Symbols ist unbekannt und die Herkunft der Bezeichnung “Baphomet” umstritten. Die Abbildung wird nicht nur von satanistischen Verbindungen genutzt, sondern findet sich beispielsweise auch auf Tarot-Karten und CD-Covern wieder. Die Figur vereint Gut und Böse, Mensch und Dämon, Frau und Mann, Mensch und Tier und enthält darüber hinaus Elemente der Alchemie.

Fundstelle:
churchofsatan.com
noizz.de

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