Professorin muss für Bücher 2.250 € Leihgebühren zahlen

Leihgebühren
Foto: Symbolbild

Dass Professoren manchmal ein bisschen schusselig oder vergesslich sind, weiß wohl jeder. Aber in den seltensten Fällen muss man für kleinere Unachtsamkeiten 2.250 € bezahlen. Was war geschehen?

Eine Professorin hatte zu Forschungszwecken 50 Bücher in der Bibliothek der Hochschule Niederrhein ausgeliehen und erst über einen Monat nach Ablauf der Leihfrist zurück gebracht. Daraufhin wurde ihr eine saftige Rechnung präsentiert: Säumnisgebühren von 20 Euro und eine zusätzliche Verwaltungsgebühr von 25 Euro je Buch summierten sich zu einer Gesamtforderung von 2.250 Euro. Das wollte sich die Professorin nicht gefallen lassen und zog vor das Verwaltungsgericht.

Kein Verstoß gegen Forschungsfreiheit

Das VG Düsseldorf fand die Argumentation der Professorin, sie fühle sich in ihrer Forschungsfreiheit aus Art 5 III GG eingeschränkt, nicht sehr überzeugend. Es urteile zu ihren Ungunsten. Die saftigen Gebühren seien rechtmäßig. Aus Art. 5 III GG folge lediglich, dass die Hochschule ihren Lehrenden die Mittel zur Verfügung stellen müssten, die diese für Forschung und Lehre benötigen. An Leihfristen seien aber auch Professoren gebunden. Bringe man Lehrbücher erst nach dem Ende der Leihfrist zurück, ohne vorher von der Möglichkeit zur Verlängerung Gebrauch zu machen, müsse man dafür zahlen.

Die Professorin hatte sich im Verfahren außerdem darauf berufen, dass die erhobenen Gebühren unverhältnismäßig hoch seien. Doch auch dieses Argument ließ das Verwaltungsgericht nicht gelten. Die Höhe der Gebühren pro Buch sei für eine Überziehung von mehr 30 Tagen durchaus gerechtfertigt. Die doch sehr hohe Summe habe sich schließlich nur daraus ergeben, dass gleich 50 Bücher zu spät zurückgegeben worden seien.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann mit der Berufung zum Oberverwaltungsgericht in Münster angegriffen werden.

Fundstelle:
VG Düsseldorf, Urt. v. 19.10.2018, Az. 15 K 1130/16
Pressemitteilung: vg-duesseldorf.nrw.de

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2 Kommentare zu Professorin muss für Bücher 2.250 € Leihgebühren zahlen

  1. SORRY! Diese Entscheidung ist verwaltungsrechtlich und verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden; eine Berufung zum OVG Münster erscheint aussichtslos. SKURILL erscheint hier die Rechtsauffassung der Professorin…

    • Meiner Erfahrung nach bezieht sich “skurril” eher auf den Sachverhalt, der den Urteilen zugrunde liegt, als auf den Inhalt des Urteils selbst.

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